Schatztruhe

Vor ein paar Wochen sagte ein Freund am Telefon ein wenig scherzhaft: „Das mit den Truhen, sag mal, das ist doch auch bloß ne Beschäftigungstherapie, oder?“ Tage vor dem Telefonat hatte mein Whatsappstatus verraten, dass ich derzeit zwei alte Truhen in meiner Gartenwerkstatt aufarbeite. Die eine für den Eigengebrauch, die andere um sie aufgearbeitet zu verkaufen. Beschäftigungstherapie, oder? Zunächst hat es mich ein wenig kalt erwischt, denn mit einer solchen Frage hatte ich schlichtweg nicht gerechnet. Und auf der anderen Seite wusste ich schon in dem Moment, als die Frage in meine Seite piekste, dass er auch Recht haben könnte. Nicht, dass ich mit meiner Zeit nichts anzufangen wüsste, doch jetzt habe ich Zeit, mich diesen Dingen zu widmen und der Gang in die Gartenwerkstatt ist ein bisschen wie zur Arbeit gehen. Und das im allerbesten Sinne, denn ich liebe Holz zwischen meinen Fingern.

Holz ist ein solch geduldiges Material, bestechend schön in seiner Natur, der leise Holzduft umspielt die Nase und die Holzspäne setzen sich in jede Pore. Du siehst direkt was du tust und: Holz braucht absolute Konzentration. Du kannst keinen Plausch halten und schleifen, du kannst nicht mal blöd durch die Gegend gucken und schleifen – ein kleiner unaufmerksamer Moment und du beginnst vielleicht von vorn oder hast auf ewig eine Kerbe im Holz.

Ich selbst mag Holztruhen sehr. Aktuell zieren zwei meine Wohnung – mehr passen leider nicht rein. In ihnen verwahre ich kleine Schätze und Erinnerungen, herzliebgewordene Bücher und Zeitungen, Gegenstände, die für mich wertvoll und würdig sind. Gestattet mir heute aus gegebenem Anlass einen winzigen Exkurs zur Truhe: Holztruhen sind ungeschlagen der Möbelknaller des spätmittelalterlichen Haushaltes und das älteste Möbelstück überhaupt. Zum schnellen Aufbruch war es des beste Reisemöbel, rasch hatte man alles beisammen. Übrigens kommt die Redewendung „etwas auf die hohe Kante legen“ auch mit Truhen einher. Wer etwas auf die hohe Kante legt, der spart sein Geld, anstatt es auszugeben. Das Sprichwort stammt aus dem Mittelalter, als wohlhabende Menschen ihren Schotter daheim aufheben mussten. Ein beliebtes Versteck für das Ersparte waren Geheimfächer in Betten und: Truhen. Dort gab es zumeist an der schmalen Seite eine fest installierte Lade mit eigenem Deckel, die sogenannte „hohe Kante“.

In meinen Kisten gibt es zwar auch eine „hohe Kante“, doch da ist leider kein Schotter zu holen 😉 Und hier gleich noch ein paar Eindrücke meines Werkelns… PS: Wenn du Interesse an der Truhe hast, die ich gern abgeben möchte, melde dich sehr gern bei mir – in der Kommentarfunktion oder per Mail: susann.finsterbusch@gmail.com.

Auf ganz bald und: „Bleibt negativ“ 😉 !


1 Kommentar

  1. Hast Du super gemacht ❣️👍😎

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