Immer wieder blinkt heute das Nachrichtensignals meines Mobiltelefons und weist so auf die lieben Worte hin: Wünsche zum neuen Jahr, Gesundheit und Glück, Frieden. Manche Nachricht in einem Bild, manches musikalisch, manches von Herzen geschrieben – ich freue mich über jede einzelne und auch darüber, dass uns dieser Jahresbeginn so sehr verbindet. Die Idee einer „neuen Chance“, „des weißen Blattes und unbeklecksten Schreibheftes“ oder des „unberührten Neuschnees, durch den du nun frische Spuren ziehen kannst“ – sie verbindet uns. Das mag ich 🙂

Manche Worte wünschen mir ein „besseres Jahr“ und an dieser Formulierung hänge ich heute. Ich glaube, ich will kein „besseres“ Jahr, denn das würde für mich auch ein wenig den Beigeschmack haben, dass das alte Jahr „schlechter“ war. Denn das war es nicht. Oh ja, es war anstrengend und kraftraubend und an vielen Tagen war ich müde und ohnmächtig und ahnungslos. Auch ängstlich. Doch ich war auch mutig, habe Altes verabschiedet, bin selbstwirksam gewesen und habe mich von dem, was mir nicht guttat abgegrenzt. Habe neue Wege gewagt und bin neuen Menschen begegnet und alten Bekannten neu.

Und so denke ich heute, dass ich kein „besseres Jahr“ will, mir aber ein Jahr wünsche, dass nicht so oft meine ganze Kraft braucht. Ich wünsche mir Tage, die sich leicht anfühlen und Tage, die mich ermutigen, neue Schritte zu wagen. Ich wünsche mir Zeiten der Ruhe und Momente des Herzklopfens vor freudiger Aufregung. Ich wünsche mir fröhliches Gelingen und behütetes Scheitern. Ich wünsche mir bunte Seiten in meinem „Schreibheft 2026“, die mit Leben und Liebe gefüllt sind, wünsche mir Glück und Klarheit. Wünsche mir Wachsen und Dankbarkeit, ehrliche und liebevolle Wegbegleiter. Frieden und Gesundheit soll das Grundrauschen des neuen Jahres sein – etwas, das ich fühlen darf, über das ich mich nicht sorgen muss.

Und in diesem Sinne wünsche ich dir auch kein „besseres Jahr“ 😉 sondern ein wunderbar gespicktes 2026! Ah nei gahr!