Agieren und Reagieren… ich übe mich

March 24th – Rawara Beach

Kia ora, ihr Lieben! Ja, ihr Lieben! Vor wenigen Momenten habe ich die zahlreichen, bewegenden Nachrichten von euch abrufen können und sie haben mir nicht nur Pipi in die Augen gezaubert, sondern auch so viel Trost und Zuversicht gegeben! Das habe ich so gebraucht und ich danke euch unzähligste Male dafür! Dass diese Situation nicht einfach ist, war ja meinem letzten Beitrag zu entnehmen =). Ich kann auch nicht sagen, dass sie leichter geworden ist, das nicht, und dennoch will ich versuchen, mich anders zu ihr aufzustellen. Und heute ist mir das bisher ganz gut gelungen.

Die von euch, die das Vergnügen (hihi) hatten, mit mir zusammen zu arbeiten, wissen (vielleicht mehr noch als jene, die „nur“ privat das Vergnügen mit mir hatten), wie gern ich aktiv gestalte. Das hat nicht nur kurze Sequenzen der Arbeit betroffen, sondern vor allem, wenn es um Veranstaltungen und Reisen (Freizeiten, Austauscharbeit, Rüstzeiten, Seminare und pipapo) ging, war (und ich denke auch bin) ich immer gern diejenige, die weiß, was wann passieren kann, wie Plan A, B und C aussehen, wer wann was macht bzw auch wann wer mal durchatmen und die Füße baumeln lassen kann. Aktiv die Dinge zu gestalten, heißt für mich auch immer, den Faden nur bedingt aus der Hand zu geben und auch dann den Kopf hinzuhalten, wenn alles mal nicht nach Plan gelaufen ist… Aktiv die Dinge anzugehen, ist für mich eine Form, frei zu leben, jetzt mal ganz privat betrachtet. Aktiv gestalten, sich aktiv bewegen, damit anzuecken und anzustoßen… all das gehört für mich da mit rein. Besonders dann, wenn ich nicht mehr aktiv agieren kann, wird es für mich enge. Gedanklich vor allem, denn ich bin nur bedingt gut darin, bedacht und besonnen, überlegt und nicht zu impulsiv auf die Dinge zu reagieren. Und dadurch aktiv zu werden. Ja, vor allem im letzten Blogeintrag habt ihr erahnen können, wie mich meine Emotionen oft überrollen und ich unfähig bin, zu reagieren, wenn vor allem Dinge kommen, die keine vorher gedachten Eventualitäten waren. Und ich kann aus vollem Herzen sagen: Corona & Covid 19 waren für mich überhaupt keine gedachten Reinkrätscher in meine Reise. Ja, wahrscheinlich naiv, aber jetzt da.

Zwei Sachen, in enen ich mich seit 48 Stunden übe: Geduld und Vertrauen. Scheibchenweise gibt es Lösungen für o.g. Probleme, nicht immer gleich, wenn ich sie mir wünsche, oft heißt es für mich warten, vertrauen, atmen, warten, Tee trinken, warten, Hörbuch hören, warten… Der gestrige Tag lief dann ungefähr noch so ab und am Abend, als die Sonne sich schon lange verabschiedet hatte, kam Haina am Camper vorbei und sagte mir: morgen früh fährst du gleich zurück nach Rarawa Beach. Dort wirst du warten und es wird jemand kommen, der mit euch sprechen wird und euch fragen wird, was ihr braucht. Alle Self-Isolation Leute sind jetzt dort. Tausend Fragen schwirrten mir durch den Kopf, bremste mich jedoch und dankte Haina nur, dass sie so eine großartige Arbeit in diesen so schwierigen Tagen macht. Bewegt waren wir beide in diesem Moment und miteinander verbunden durch diese Lockdown-Hilflosigkeit und wenn ich gedurft hätte, hätte ich sie vor Dank und Erleichterung gedrückt. Und so übe ich mich in Vertrauen: es wird einen Plan geben, zu einer Zeit, die ich nicht bestimmen kann; es wird eine Lösung geben, für all jene, die hier in der Luft hängen wie ich. Und als ich heute morgen in Rarawa Beach ankam, auf einem Platz, der wie leergefegt ist, da taten sich neue Möglichkeiten auf: Richard (Hainas Kollege) war hier mit Wasser und er hat sich alle Fragen angehört und gemeint, er käme mit Lösungen zurück (nur unklar, wann); ich traf ein junges Pärchen aus Hannover, die in der gleichen Klemme stecken wie ich und jetzt teilen wir uns den ganzen Platz, das Gas zum Kochen, die Wäscheleine und am wichtigsten: ein paar Gespräche aus der Ferne und Ideen, wie es wann und wie möglicherweise weitergehen kann =)

Auch heute möchte ich euch wissen lassen, dass ich gesund bin und ich gestehe, wenn ich die Nachrichten aus Deutschland lese, dann besorgt mich die Situation dort eher, als meine hier. Bleibt gesund, passt gut auf euch auf, kriegt keinen Corona-nicht-mehr-raus-dürfen-Koller, atmet schön und trinkt Tee, irgendwann ist der Spuk vorbei!

PS: Auf Bilder müsst ihr vorerst verzichten, zu wenig Datenvolumen. Aber hey, ihr könnt mein Gesabbel lesen =)

1 Kommentar

  1. deine Ellis

    …bleib stark! Wir bleiben es auch und haben dich lieb!

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