April 14th – Überraschender Weise auch heute: Whangeruru
Also, ich muss es mal sagen: ihr seid verrückt! Nee, ganz ehrlich, in den letzten Tagen (und auch schon ab und an in den Wochen davor) schreiben manche von euch mir immer wieder, dass ich doch ein Buch schreiben sollte. Jetzt mal ganz im Ernst: wollt ihr diesen Blog auch noch in gebundener Form in euren Wohnzimmern haben? Reicht euch das nicht online? 😉 Gut, ein Buch zu schreiben ist vielleicht nicht ganz abwegig, kenne ich doch liebe Menschen mit einem Verlag – hmmm, wer mag das wohl sein, hihi? Und Zeit, in die Tastatur zu hauen, habe ich ja aktuell auch mehr als genug. Und Speicherplatz auf meinem Reiserechner gäbe es auch noch. Und wie wäre der Titel? Vielleicht „Weltreise mit Corona“ oder „Reise zum Lockdown am Ende der Welt“ oder „Verrücktes Festsitzen mit Covid 19“ oder „Zwischen Freude, Angst und Niesern“…? Welche Ideen habt ihr dazu? Ganz ehrlich: an dieser Stelle würde ich mich über eure Vorschläge in der Kommentarfunktion freuen. Also dann: legt mal los!
Überraschender Weise kann ich euch heute wenig Neues aus dem Irrsinn schreiben. Die Zustände der letzten Tage halten an, ich warte auf das Ende des Lockdown und das Losfahren. Aktuell treiben mich dazu noch Überlegungen um, wie ich mit der weiteren Planung meiner Reise umgehe. Mit dem derzeitigen Stand sehe ich mich in 8 Wochen nicht auf die Osterinsel fliegen, um dann dort in zweiwöchiger Quarantäne zu hocken, dann weiter in die Quarantäne in Peru und Bolivien zu gehen. Mit Schrecken lese ich, wie dort mit Touristen umgegangen wird. Und wer weiß schon, was acht Wochen ändern können. Ja, heute ist „mein Glas halb leer“. Der Optimismus der letzten Wochen weicht langsam einer merkwürdig frustrierten Stimmung (das hat der aufmerksame Leser sicher schon den letzten Einträgen entnehmen können), heute ist mein 30ter Tag in Self-Isolation bzw. Lockdown, die fünfte Woche ist angebrochen.
Eine Artikel mag ich heute noch mit euch teilen:
https://www.watson.de/international/politik/896262675-viele-tests-kaum-tote-neuseeland-wird-zum-neuen-corona-vorzeigeland
Ein paar Worte zu Jacinda Ardern: immer wieder habe ich auf meiner Reise Menschen getroffen, die die Art und Weise, das Durchsetzungsvermögen und die Empathie der derzeit amtierenden Premierministerin Neuseelands schätzen. Keinen Hehl haben viele auch daraus gemacht, dass sie zu Beginn der Regierungszeit (seit 2017 ist J. Ardern im Amt) sehr skeptisch ihr gegenüber waren: sie war als 40. Premierministerin im Alter von 37 Jahren vereidigt worden und war damals die jüngste Premierministerin. Innerhalb ihrer Amtszeit hatte sie nun auch mit einigen furchtbaren Momenten umzugehen: die Terroranschläge auf zwei Moscheen in Christchurch im März 2019 und ein halbes Jahr später der Vulkanausbruch auf White Island. Sie reformierte die Waffengesetze, das Steuersystem zugunsten von Familien, sie versucht ländliche Regionen zu fördern und Wohnen bezahlbar zu machen und sie führte das „Wellbeing Budget“ ein…. Mag man dazu denken, was man mag, das was ich sagen kann: sie managet diese Lage mit Corona souverän, wenn auch sehr strikt, sympathisch und transparent. Und so hoffe ich sehr, dass es auch am Sonntag dieser Woche eine kluge Vorgehensweise geben wird. Dann wird nämlich über den weiteren Umgang mit Corona gesprochen: Lockdown-Verlängerung oder zurück auf Alert level 3 oder doch was ganz anderes…. Wir werden es sehen.

























…ich wäre für „Weltreise mit Corona“….bleib gesund und behütet!.