May 18th – Kawhia (Westküste Nordinsel)
Liebste Menschen in nah und fern, nun gut, vor allem in der Ferne! Ich hoffe sehr, dass es euch gut geht! Seit einigen Tagen nun bin ich wieder allein unterwegs. Seltsam ist es noch immer, denn eine lange, wirklich lange Zeit, war ich nicht allein. Manchmal fehlt mir der Austausch, das kurze Gespräch zwischendurch und doch weiß ich, dass es eine Menge von euch da draußen gibt, die an mich denken und die ich zu jeder Tag-und-Nacht-Zeit anrufen könnte. Ich will überhaupt nicht klagen, denn dazu gibt es wirklich keinen Grund, will euch nur wissen lassen, dass allein sein gerade seltsam ungewohnt ist. Ich brauche bestimmt ein paar Tage, um wieder in meinen Groove zu kommen.
Von Whangeruru aus bin ich nach Westen gestartet, habe Kawakawa passiert und bin in den Waipoua forest gefahren. Dort stehen zwei sehr alte Bäume und Dank Level 2 und der Möglichkeit wieder ein paar Dinge anzuschauen, konnte ich einen der beiden besuchen: Tane Mahuta. Er ist der „Herr des Waldes“. In der Götterwelt der Mardy ist Tane der Sohn von Ranginui (Vater Himmel) und Papatuanuku (Mutter Erde). Er ist der Lebensschenkende, alle lebenden Kreaturen sind seine Kinder. Er ist der größte lebende Kauribaum Neuseelands und es ist schwer zu bestimmen, wie alt er wirklich ist. Sicher ist, dass er mindestens 2000 Jahre alt ist. Mindestens. Dass heißt, um die Zeit Jesu könnte er begonnen haben zu wachsen. Die Dimension von Tane ist: knapp 52 Meter hoch und ungefähr 14 Meter Durchmesser. Niemals zuvor habe ich ein solch altes und ehrwürdiges Lebenwesen gesehen. In seinem Schatten zu sitzen und mir zu überlegen, was er alles gesehen und erlebt und auch überlebt hat. Es ist ein Gefühl, dass ich nicht oder nur sehr schwer in Worte fassen kann; auf jeden Fall: besucht ihn, wenn ihr könnt!.. Casey erzählte mir, dass 2014 dumme Idioten versucht haben, Tane Mahuta zu töten. Sie haben Löcher in seinen Stamm gebohrt und versucht, ihn anzuzünden.Zum Glück haben sie es nicht geschafft. Das Ergebnis: keiner darf Tane Mahuta mehr zu nahe kommen, ihn berühren, er hat nun seinen ganz eigenen Bodyguard, der tagsüber vor ihm auf einer Bank sitzt und die Besucher Tanes scharf im Auge hat.
Mein nächster Stopp war Waipu, eine kleine Stadt an der Ostküste. Herrlicher weißer, endloser Sandstrand und das erste Mal auf einem Campingplatz in Neuseeland gewesen. War einfach zu müde, um mir noch einen freedom-camping-spot zu suchen.
Von Waipu aus bin ich gestern über Auckland nach Kawhia gefahren. Zum Shoppen gab es einen Stopp in der Mall von Silverdale – vor allem lange Unterwäsche habe ich dringend gebraucht, die Nächte werden kälter. Ein wenig habe ich an meine Großeltern gedacht, die derlei Dinge ganz selbstverständlich trugen 😉 Inzwischen sieht das ja alles hochmodern aus und lässt sich kaum als Unterwäsche erkennen.
Kawhia ist eine winzige Küstenstadt an der Westküste zwischen Hamilton und New Plymouth. Auch hier habe ich mir einen Campingplatz gesucht, um Wäsche zu waschen und meine Geräte zu laden. Dabei fasse ich gleich auch noch kostenloses W-Lan ab, so dass ich euch heute viele Bilder zeigen kann =). Da es gestern sehr spät war, habe ich nur einen kleinen Spaziergang durch das Städtchen gemacht; heute dann bin ich nach Aotea und an den Ocean Beach gefahren. In Aotea gibt es abgesperrte Naturgebiete, in die seit vielen Jahren kein Mensch mehr eintreten oder anlegen darf. Wahnsinn, wie unberührt das alles aussieht! Und am Ocean Beach gab es dann mein persönliches Highlight Neuseelands bisher: eine heiße Quelle, die man bei Ebbe am Strand sucht, sich dann ein Loch gräbt und hineinhopst. Badewanne outdoor, das war der Hammer!
Ich bin auch heute wieder müde und auch ein wenig schriebfaul. Lade euch jetzt die Bilder hoch und wünsche euch nunmehr noch viel Vergnügen beim Anschauen! Bis ganz bald! Eure Susann
























