May 13th – zum letzten Mal: Whangeruru

Heute schreibe ich euch zum wirklich allerletzten Mal aus der Wharf Road 111 in Whangeruru. Tag 51 neigt sich dem Ende und damit auch die Schicksals-Zwangs-Gemeinschaft. Morgen früh reiten die ersten gegen 7 Uhr vom Hof Richtung Auckland. Ich werde gemütlich starten, frühstücken, noch mal heiß duschen, mich bei Sam verabschieden und dann starte ich entweder nach Norden oder Westen. Das ist abhängig von Haina.

Könnt ihr euch noch an Haina erinnern? Das war der Engel, der mich in den ersten Tagen der Self-Isolation und des Lockdown Far North unterstützt hat. Als ich mich Ende März von ihr verabschiedet habe, versprach ich ihr ein Bier nach dem Lockdown. Gestern hab ich ihr geschrieben und nun harre ich ihrer Antwort. Wenn sie Zeit hat, fahre ich morgen Richtung Kataia.

Sollte nix kommen, werde ich Richtung Westen starten mit dem Ziel Waipoua Forest. Dort gibt es den größten Kauri-Baum, den Tane Mahuta. Er soll über 2000 Jahre alt sein und wächst noch immer. Sein stattlicher Name: „Lord of the forest“. Und es gibt noch viele andere schöne Geschichten über den Waipoua Wald – die verrate ich euch dann aber erst nach meinem Besuch gespickt mit ein paar Impressionen 😉

Wie war der letzte Tag hier, fragt ihr euch vielleicht? Nun, was soll und darf ich schreiben. Ich zeige euch gern eines der Bilder, die wir heute gemacht haben. Der ältere Herr in der Mitte des Bildes ist übrigens unser Held Grant, der Mitarbeiter des Whangarei District. Er war heute noch mal da, um uns zu verabschieden und seine Bücher und Spiele abzuholen, die er uns für den Lockdown ausgeliehen hatte. Wir haben ein bisschen Banana-Bread gegessen, welches Alex zusammengerührt hatte und haben uns an die letzten Wochen erinnert. Ohne Grants unermüdlichen Einsatz hätten wir die Zeit im Lockdown wahrscheinlich komplett auf einem der Parkplätze in Whangerei verbringen müssen. Er hat sich sehr für uns eingesetzt und es uns ermöglicht, hier all die Wochen sicher zu sein, ein Dach über dem Kopf, eine Dusche und auch eine Waschmaschine zu haben. In den vergangenen Tagen hat sogar die einheimische Presse über ihn berichtet und vorgeschlagen, ihm ein Denkmal zu errichten. Ich stimme zu!

Ansonsten war der letzte Tag in dieser Konstellation… „er fand statt“. Diejenigen unter euch, die mich ein wenig kennen, wissen, wenn ich sage, dass „etwas stattfand“, dann bin ich zum Einen froh, dass es vorbei ist und zum Anderen kann ich auch kaum etwas Gutes darüber fallen lassen. Es war ein Tag, der mir noch mal gezeigt hat, dass die Tage hier zum Glück gezählt sind und dass es reicht mit neun anderen festzusitzen.