„Ich muss mal noch schnell, ich sollte mal noch ganz kurz, das geht auch ganz fix, das macht sich doch flink nebenher…“. All diese Sätze schwirren in den letzten Tagen durch meine Wohnung, hüpfen aus den Taschen, winken von der To-Do-Liste und setzen sich so doll in meinem Kopf fest, dass ich nachts verschwitzt aufwache, weil ich davon träume, dass ich die Dinge „nur mal kurz noch“ machen muss und am Ende keine Zeit mehr habe und unvorbereitet losfahren muss, weil mein Flieger nicht „mal noch kurz“ auf mich wartet. Argh. Ich erinnere mich dunkel, dass es unterschiedliche Zeiten in meinem Leben gab, in denen es mir so erging… vor meinen ersten Arbeitstagen und vor allem vor meinen ersten eigenverantwortlichen Unterrichtsstunden, vor den ganzen Reisen mit Gruppen (ja, da hat es eigentlich nie ganz aufgehört), freilich auch vor Prüfungen und dann die Situation, die mir am deutlichsten vor Augen ist: Diplomarbeit bis auf den letzten Drücker schreiben und dann „nur noch schnell ausdrucken“. Manche von euch wissen, was damals in Moritzburg für Schweißbäche geflossen sind :-).

Vielleicht ist es der näherrückende Abschied, der diese „noch mal kurz und noch mal schnell“ – Atmosphäre produziert, der auch die schönsten Ideen und die reizendsten Sehnsüchte mit sich bringt von all den wunderbaren Dingen, die wir „noch mal kurz“ machen könnten bevor ich losfahre… Eine liebe Freundin hat mir vor ein paar Tagen ein Zitat geschickt und es hat sich ganz fröhlich in meinem Herzen angedockt: „Reich ist, wem es schwer fällt, Abschied zu nehmen.“ (P. Meis in „Auf den Spuren unserer Vergangenheit) Und aus ganzem Herzen kann ich sagen, dass ich das bin. Vor allem reich an lieben Vertrauten, Freunden und Weggefährten, die mich immer wieder unterstützen mit Rat & Tat & Kaffee, die Freude teilen und kritisch fragen, die gedanklich jetzt mit mir unterwegs sind und die ganz praktisch durch ihre Hilfe meine Reise möglich machen… und so vieles mehr! Merci!

Und auch wenn ich liebend gern wollte, meine Energie und Stunden sind begrenzt bis es losgeht, so seht es mir bitte nach, wenn ich in den kommenden Tagen nicht „noch mal kurz“ 🙂