Auszüge aus meinen Bleistiftschriften von heute:
„Ich bin heute noch mal nach Russell gefahren, um Delfine und/ oder Orkas zu sehen. Zum zweiten Mal. Leider ist das Vorhaben diesbezüglich auch heute nicht von Erfolg gekrönt. Geduld haben. Pläne machen und mich dann doch einfach überraschen lassen, was mir über den Weg laufen mag. Im besten Fall ist es was oder jemand, mit dem ich nicht gerechnet habe. … Der Wind pfeift mir hier am Strand um die Ohren, zaubert mir eine Sturmfrisur, ich rieche das Meer mit allen Poren und schmecke meine salzigen Lippen. Bunte Muscheln, schwarzes Gestein und gelber Sand knirschen unter meinen Schuhen. Ich will mich entschleunigen lassen. … In der Rocky Bay treffe ich eine Touristin, die mich in unglaublich schnellem englischen Dialekt aufgeregt fragt, ob es sich lohnt, hier weiter am Strand zu laufen, ob das was irgendwas Interessantes zu sehen wäre oder kommen würde. Sie wirkt wie eine getriebene Jägerin, unschlüssig, sie will jagen, was sich „lohnt“, sie will vielleicht auch nur ihr Fotoalbum daheim mit den „besten Schüssen“ füllen. Ob sie den Moment hier erlebt? … So will ich nicht unterwegs sein. Klar, einen Delfin oder Orka in freier Wildbahn sehen, das wäre was! Doch: ich habe einen herrlichen Vogel beobachten dürfen, der auf den ersten Blick aussah, wie ein sitzender Pinguin. … In Sichtweite blüht eine Bananenstaude und in ihr singt ein Vogel sein ganz einzigartiges Lied. Bezaubernd, wenn ich mich entschleunige und nicht vorbeijage. … Auf der Rückfahrt nach Whangeruru sah ich blau schimmernde Eisvögel auf den Stromleitungen sitzen und über die Straßen fliegen, ich sah grün gefederte, frech streitende Papageien und acht kleine, putzige Kiwis, die vor meinem Auto die Straße überquerten. Und ich habe geweint vor Glück, dies mit meinen eigenen Augen sehen zu dürfen.“
























