September 8th – Leipzig
Ich sitze heute morgen im Verlagsbüro. Der frische Kaffee entdampft der Tasse, bringt meinen Geist in Schwung – hoffentlich =). Englischlernen steht auf dem Plan (und das kann ich hier unter dem „wachsamen Auge meiner arbeitenden Kollegen“ hoffentlich besser als in meinen vier Wänden daheim) und freilich habe ich auch den großen Willen, etwas für Phonus zu tun. Ein paar Mails habe ich beantwortet und umsortiert, einige Telefonate gemacht, zwischendurch ein bisschen aus dem Fenster geträumt und manches mal auf die Uhr über mir gelunzt und mir ganz geheim gewünscht, dass sie heute schneller ticken würde. Den Gefallen hat sie mir bisher nicht getan, aber man kann ja nie wissen 😉
Auf meiner To-Do-Liste für den Verlag stehen jetzt nur noch Dinge, die wirklich (!) zäh und unliebsam sind. Vielleicht kennt ihr das? Dann macht man erstmal was, was auch wichtig ist, aber definitiv (und damit meine ich wirklich definitiv) schöner als die unliebsamen Dinge. So habe ich meinen Blog geöffnet und ihn ein wenig aufgeräumt – nicht wundern: manche Bilder der Reise musste ich umspeichern, so dass sie als megaaktuell angezeigt werden, in Wirklichkeit aber schon 4 Monate alt. Ui, so lange ist es her, dass ich an der Westküste Neuseelands meine Zehen in Meerwasser getunkt habe, über den Gletscher „gehubschraubt“, mit den Seelöwen Auge in Auge ganz still über die Welt gesprochen habe… Und so „tagträume“ ich direkt weiter, sehne mich nach Salzluft und ja, manches mal auch nach dem Geruch fauler Eier in Rotorua ;-), will den straffen Wind in meinen Haaren zerren fühlen und das unglaubliche Grün aufsaugen, die außergewöhnlichen Vögel singen und kreischen hören und meine Sinne, mein Herz und mein Hirn schweifen lassen. Will Erfahrungen sammeln und Schritte tun, will darüber schreiben. Will Worte finden für das Aus- und Unaussprechliche.
Ein bisschen so, wie meine liebe Freundin Line es getan hat in ihrem Buch „Bengalische Blätter“. Es war eines der ersten zarten Werke, die wir mit dem Verlag in Angriff genommen haben und gelungen ist uns ein wirklich beeindruckendes Buch. Es ist ein Buch, was ans Herz geht und unter die Haut, Berichte einer jungen Frau, die nach Bangladesh aufbricht und beinahe nicht mehr nach Hause gekommen wäre. Sie lebte mit den Brüdern von Taizé inmitten der armen Bengali, besuchte Hindus im Slum, arbeitete mit muslimischen körperbehinderten Frauen, schulte christliche Jugendleiter… und es kam, wie es nicht kommen sollte: nicht alles lief glatt. Es ist ein bezaubernd-nachdenklichstimmendes Buch und ich würde mich freuen, wenn du, lieber Blog-Leser, mal auf der Verlagsseite vorbeibummelst und es in deinen Warenkorb legtest =) – zum Selberstöbern, für einen Geburtstagstisch oder gar schon jetzt für den nächsten Weihnachtsbaum (der kommt bestimmt! – immerhin die Weihnachtsdelikatessen in den Supermärkten kündigen seit einigen Tagen davon 😉 ): http://phonus-verlag.de/startseite/22-caroline-richter-bengalische-blaetter-9783944950020.html
So, es ist Zeit für noch nen Kaffee =) Auf ganz bald! Stay strong & stay safe.
























