Grüße an euch alle in nah und fern =) Bevor ich am Sonntag nach Bali weiterfliege, wollte ich mich doch noch mal bei euch melden und euch von meinen letzten Tagen in Kambodscha erzählen. Jippie, zunächst meine Freude: ich muss in diesem Land nicht noch mal Bus fahren! Yeah! Tatsächlich war die heutige Fahrt von Sen Momorom nach Phnom Penh in einem MiniVan (sie nennen es VIP-Van – haha, hat sich mir bis zum Aussteigen nicht erschlossen), klingt ja erst mal nicht so schlimm, ne? War aber das gleiche Elend, wie die Anreise nur auf kleinerem Raum und auch nur 8 Stunden! Leider war ich wieder die einzige Nicht-Einheimische in der Karre… und als mich eine Frau unbedingt anfassen musste, bin ich ausgefranst, erst auf Englisch, dann auf Deutsch, das hatte dann zu Folge, dass die ganze Fahrt offensichtlich über mich gesprochen, diskutiert und auch gelacht wurde. Ich habe beschlossen: Haken an öffentliche Verkehrmittel in diesem Land. =)

Gestern nun und darauf habt ihr vielleicht ein bisschen spekuliert davon zu hören, war ich bei den Elefanten! Der Besuch bei den 5 Tieren im Mondulkiri Projekt war ja schließlich auch der Anlass, in die östliche Pampa des Landes zu fahren. Übrigens so weit östlich, dass mich abwechselnd vietnamesisches und kambodschanisches Netz begrüßt haben ;-). Das Modulkiri Projekt ist eine von zwei ernstzunehmenden NGOs in der Gegend; leider gibt es zahlreiche andere, die Touristen in den Wald locken und dort einen gemieteten Elefanten präsentieren. Wenn die Touristen fertig sind, muss er zurück an die Arbeit in einem der nahegelegenen Dörfer… Ein paar Worte lasst mich verlieren zum besuchten Projekt: die Gründer haben für insgesamt 30 Jahre das Land vom Staat gepachtet, zahlen mächtig dafür, dass die umliegenden Dörfer und Städte es nicht abfackeln und die Tiere und Pflanzen geschützt bleiben. Seit 5 Jahren gibt es das Projekt und seit 5 Jahren verhandeln sie mit der Regierung, diesen kleinen Flecken Erde zu kaufen. Dass das unmöglich scheint, liegt vor allem an der wachsenden Bevölkerung in der Gegend, die viele Mäuler stopfen muss und dazu immer mehr Farmen und Felder braucht. Deswegen hat das Projekt eigene Angestellte, die Patrouille laufen und die Bauern „verjagen“, die sich ein Stück Land klauen möchten. Und es gibt auch Angestellte, die 24/7 auf die Elefanten aufpassen, weniger weil sie weglaufen könnte, vielmehr weil sie Diebstahl vermuten. Ein Elefant kostet derzeit in Kambodscha ca. 40 000 USD! 4 Tiere konnte das Projekt schon kaufen, das fünfte wird monatlich gemietet und es gibt Verhandlungen über einen möglichen Kauf. Nun muss man sich das mal vorstellen: das sind alles misshandelte, kranke, schwache Tiere, die von ihren Besitzern „runtergewirtschaftet“ wurden besonders für Touristen und die dann für diese Summe verkauft werden! Ihr könnt ja noch mal lesen, in einem der letzten Beiträge, da hab ich schon erzählt vom Durchschnittseinkommen und so… Übrigens hat die Regierung Kambodschas erst mit Wirkung des 01.01.2020 verboten, dass Touristen in Angkor Wat von Elefanten durch die Gegend getragen werden – das auch nur auf großen und langen Druck von NGOs, weil Elefanten mit Touristen auf dem Rücken in den Tempelanlagen kollabiert und verendet sind. Und übrigens auch: diese zweifelhafte touristische „Belustigung“ bietet Thailand immer noch zu Hauf.

Gut, dass es Projekte gibt, die Wald und Tiere schützen wollen, die die Bedeutung für ihr Land und die Umwelt verstehen und ganz praktisch anpacken. Dass das ganze in den meisten NGOs im Einklang mit der Bevölkerung geschehen soll, finde ich sehr gut. So bietet das Mondulkiri Projekt die Möglichkeit, ärztlicher Behandlung, schulischer Bildung und auch Arbeitsplätze für viele Jugendliche und junge Erwachsene. Nach und nach erhoffen sie sich dadurch, Verständnis und Aufklärung zu entwickeln. Nach 5 Jahren gibt es dazu aber noch keine weitgreifenderen Erkenntnisse… Die Zeit wird es zeigen.

Das Monulkiri Projekt bietet nun ja auch Touristen Elefantenbegegnung an und vielleicht denkt ihr jetzt, naja, dann leben die eben dort und werden auf andere Weise gezwungen, Menschen glücklich zu machen und ihnen damit Geld aus der Tasche zu locken. Und ja, ich bin ehrlich zu euch, so ganz frei leben die Elefanten dann eben nicht. Sie haben den Mahuud, der sie begleitet, haben nicht genügend Platz, um sich frei zu bewegen und letztendlich sind sie so domestiziert, dass sie immer wieder die Nähe von Menschen suchen, um Bananen zu ergattern. Und die Bananen sind es dann auch, die wir in die Hand gedrückt bekommen, damit die Elefanten zu uns kommen. Und sie kommen und ich freue mich 😉 Ich staune, bin zaghaft und habe einen riesigen Respekt vor so viel Kraft und Ruhe und Entschlossenheit und Sanftmut! Ich bin verzaubert von dieser Begegnung. Füttern und mit ihnen baden, das habe ich gemacht und keine Worte dieser Welt vermögen dieses beeindruckende Gefühl zu beschreiben. Deswegen versuche ich es auch nicht, vielleicht erzählen euch die Bilder ein wenig 😉