July 14th – Taupo
Kia ora!
Nachdem ich die letzten Tage in Rotorua und Umgebung unterwegs war, hat es mich heute mit einem leichten, aber lang geplanten Umweg nach Taupo verschlagen. Doch der Reihe nach ;-).
Damit keiner von euch vor lauter Neugierde Bauchkneifen bekommt, verrate ich euch, was ich vorgestern im Wald gemacht habe. Wie euch wahrscheinlich noch im Kopf hängen geblieben ist, habe ich auf die Dunkelheit gewartet, deswegen kann ich eure Vermutung, ich sei Pilze suchen gegangen, entkräften. Ja, ich weiß, dass das nahe liegt, denn wer mich etwas länger kennt, weiß, dass ich sehr gern mit der Rübe durch den Wald stiefel und dabei so oft es mir möglich ist auch „in de Schwamme“ bin (erzgebirgsch für „in die Pilze gehen“). Ich hatte auch kein Date mit nem Werwolf, war nicht zum Backen bei der Hexe eingeladen, Hase und Igel hatten sich schon gute Nacht gesagt. Ja, Waldelben hätte ich gern gesehen oder zumindest Waldläufer, hat leider nicht funktioniert. Stattdessen war mein Ziel der Whakarewarewa Forest, in dem riesige Redwoods stehen, durch die ein Treewalk führt, den man bei Tag und auch bei Nacht begehen kann. Redwoods in Neuseeland? Diese Bäume wachsen doch eigentlich an der Nordwestküste Amerika! Stimmt. Doch: 1901 kamen Menschen auf die Idee, in Neuseeland zu testen, welche Bäume hier gut und schnell wachsen und so probierten sie zahlreiche Arten aller Kontinente. So entstanden über die ganze Insel verteilt, angelegte Wälder und in Rotorua das „Redwood grove“. Die Redwoods wachsen hier besonders gut, weil sie geschützte Standorte in tiefen, fruchtbaren und mit gut durchlässigen Böden lieben, der gleichmäßige Niederschlag setzt dem ganzen den i-Tupfer auf. (Witziger Nebenfakt: die Nordküste Amerikas und Rotorua sind ähnlich weit vom Äquator entfernt.) Redwoods vertragen keinen Frost. Die Rinde kann bis zu 30cm dick werden und isoliert damit super den Baum und schützt zeitglich noch vor Insekten und Feuer. Woher ich das weiß? Nerd-Wissen aus dem Internet, hihi. Wer mehr wissen mag, bemühe selbst Bücher oder einschlägige Internetseiten =). Der Redwood Treewalk ist ein must-see in Rotorua, das haben sich vor allem an diesem Wochenende einige der einheimischen Urlauber gedacht; für den Walk am morgen musste ich nicht anstehen; für das Erlebnis im Dunkeln stand ich mit vielen anderen knapp 2,5 Stunden an 😉 Aber es hat sich gelohnt. Hier ein paar Eindrücke für euch:
Noch ein paar Worte zum Holz in Neuseeland. Holz spielt hier neben dem Tourismus und der Landwirtschaft eine tragende Rolle. Neuseeland ist der weltweit größte Exporteur von Nadelrundholzen. Der Rohstoff wird auch im Land häufig verbaut, genutzt, verfeuert. Fast alle Häuser bestehen aus Holz. Fast jedes Haus besitzt ganz selbstverständlich einen Kamin, der mit Holz befeuert wird. Fährt man über die Inseln, durchquert man sehr häufig künstlich angelegte Wälder, die als „Holzfarmen“ benutzt werden. Das sieht mancherorts sehr schön aus, hat aber auch naheliegende Nachteile: der einheimische „bush“ muss weichen, damit verlieren Vögel Nistplätze und viele einheimische Arten ihren Unterschlupf.
Wie schnell sich Natur ihren Platz zurückerobert, zeigt ein Tal nahe Rotoruas: das Waimangu vulcano valley. Vor ein paar Tagen berichtete ich euch vom „buried village“, welches nach dem Ausbruch des Vulkans Tarawera 1886 „begraben“ wurde. Tatsächlich passierte auf der anderen Seite des Vulkans erstaunliches: durch die vulkanischen Aktivitäten veränderte sich ein ganzer Landstrich, Seen und Wälder verschwanden, neue Grater taten sich auf, die sich über mehrere Jahre mit Wasser füllten, neue Quellen traten zu tage – bis zum heutigen Tag verändert sich dieses Tal: Geysire kamen und gingen, Quellen sprudelten und versiegten, Erde hob und senkte sich… Forscher bestaunen und beobachten, erst vor zwei Wochen veränderte sich ein kleiner Bachlauf und bisher ist noch ungeklärt, woher das neue Wasser kommt. Dieses Tal ist bewachsen von ausschließlich „native bush“, der Mensch pflanzt nicht zu, kontrolliert den Wald nicht, versorgt lediglich die Wege durch das Tal und kümmert sich um „pestcontrol“ (wie an allen Orten der Insel).
Heute hieß es dann für mich: Aufbruch aus Rotorua. Dankbar erfüllt mit so vielen schönen Eindrücken; auch hier hätte ich vermutlich locker noch Wochen verbringen können, doch es lockte mich nach Matamata, denn für heute war schönes Wetter angesagt. Also packte ich meinen Camper und tourte mit Bessie nach Matamata. Für alle Insider: ihr wisst, was mein Ziel war =). Genau: Hobbiton! Heute habe ich mir einen Wunsch meiner bucket-list erfüllt und das Filmset der berühtem Trilogien „Lord of the rings“ und „Hobbit“ besucht.
Hier einige Filmsequenzen „über Hobbits“ und „Hobbiton“:
Gut zwei Stunden dauerte die Tour über die Farm der Familie Alexander, auf deren Grund und Boden Hobbiton erbaut und auch nach den Dreharbeiten erhalten wurde. Und ganz ehrlich: an dieser Stelle spare ich mir den Versuch, euch mein Gefühl zu beschreiben – schaut es euch selbst an, wenn ihr könnt! Auch wenn man Hobbits vielleicht nicht leiden kann, ihr werdet diesen Ort mögen 😉 Und für alle, die aktuell nicht einreisen dürfen oder können, hier wie gewohnt noch ein paar Eindrücke:
























