April 29th – wieder zurück…
Gestern morgen bin ich vor der Sonne aufgestanden, habe meine Füße in meine Wanderschuhe gestopft, mir einen Kaffee zum Mitnehmen gekocht und mich mit einem Stück Bananenkuchen und einem Apfel bewaffnet ins Jucy-Auto gesetzt und bin vom Hof „geritten“. Tags zuvor hatte ich das Auto auf den Kopf gestellt, um allen Besitz von mir rauszukramen und ja, ich hatte ihn auch etwas halbherzig gereinigt. Irgendwie sah ich es nicht so richtig ein, unter den schon zuvor berichteten Umständen, den Camper für Jucy auch noch zu wienern.
Nach knapp vier Stunden Fahrt erreichte ich Auckland. Ja, einige von euch fragten, ob mich jemand begleitete, nein, da war niemand bei mir, ich fuhr allein. Diejenigen, die ich fragte hatten entweder keine Zeit, hatten Angst diese illegale Sache zu machen oder es war ihnen schlichtweg zu früh zum losfahren. Warum es nicht ganz legal war, nach Auckland zu fahren? Nun: eigentlich darf man in Leel 3 nur lokal fahren und nicht die Regionen wechseln. Aktuell stehe ich in der Region „North Land“; mit der Abgabe des Campers gestern wechselte ich in die Region „Auckland“. Ich habe auf meiner Fahrt hin und auch auf der Fahrt zurück zahlreiche Polizeiwagen passiert und jedes Mal bekam ich Schnappatmung und schwitzige Hände, ob sie mich stoppen und fragen, was ich hier mache. Zum Glück ist das kein einziges Mal passiert.
Bei Jucy in Auckland ging alles ganz schnell, weil wegen des Diebstahls am Tag zuvor Jucy ganz andere Sachen im Kopf hatte und auch die Polizei auf dem Hof war. Ich habe mir dann ein Uber-Taxi genommen und bin zu „Epic Camper“ gefahren. Dort wartete der Besitzer Andy schon mit meinem neuen Vehikel, ein kleiner süßer Camper, der Weltenbesser ist als der von Jucy und mir zu einem sehr fairen Preis vermietet wurde. Bis 22. Juni kann ich ihn haben und heute habe ich ihn mir auch so wohnlich eingerichtet, dass ich nunmehr fast sagen kann, dass ich ein kleines, feines rollendes Wohn-schlaf-koch-Klo 😉 habe. Andy war super freundlich und er bot mir auch gleich noch einen Zeltanbau, Schneeketten an und als er hörte, dass ich in ein paar Wochen auf die Südinsel wechseln möchte (wo dann definitiv Winter herrscht), legte er noch ein Heizgerät oben drauf. Also: wenn einer von euch da draußen jemals nach Neuseeland fährt und überlegt, einen Camper zu mieten, dann (!!!) denkt nicht über Jucy nach, sondern entscheidet euch direkt für Epic: https://www.epiccampers.co.nz/
Gegen eins bin ich dann in Auckland wieder abgefahren, habe mich in der Stadt leider erst mal fett verfahren, dank meines inneren Navis dann aber den Highway 1 gefunden und nach einem Einkaufsstopp in Orewa habe ich mich auf den Weg Richtung North Land zurück gemacht. Die Rückfahrt ähnelte der Hinfahrt: Schwitzehände und Kurzatmung bei jedem Fahrzeug einer Behörde. Einen Unterschied gab es: ich war mega müde. Gegen sechs war ich dann zurück, gönnte mir ne Pizza, ein bisschen Smalltalk im Haus und dann ab in die Federn. Also ihr Lieben: ich habe meine Autosorgen gegen einen schönen Camper eingetauscht.
Gestern nun endete der Lockdown (=Level 4) in Neuseeland. Wir hopsten um Mitternacht auf Level 3 (weswegen ich ja das Auto auch zurückbringen musste). Level 3 heißt nun, dass jeder, der zur Arbeit fahren muss, um zu Arbeiten, fahren darf. Jeder, der noch zu Hause arbeiten kann, soll das auch zu Hause tun. Geschäfte durften öffnen, die meisten jedoch nur ihren „Take-Away-Bereich“. So kommt es, dass vor fast jeder Art Geschäft ein Tisch steht, an dem man sich anstellen kann (freilich behandschuht und mit Maske), um dann an dem Tisch einzukaufen und mit Kreditkarte zu bezahlen. Alle Fastfood-Ketten öffneten gestern ihren Drive Thru – hey, ich habe in Whangerei vor dem Mcens mindestens 30 Autos anstehen sehen! In den Nachrichten berichteten sie, dass schon morgens im fünf die ersten Autos bei MC Donalds anstanden, ob wohl sie erst einige Stunden später öfffneten. Wahnsinn!
Leider öffneten gestern auch die Alkoholläden wieder ihre Türen. (Im Lockdown war das so geregelt: Bier und Wein gab es in Supermärkten noch zu kaufen, lediglich war die Dosis pro Einkaufsperson stark reglementiert.) Seit gestern früh gibt es Alkohol für alle und jeden in allen Formen und kaum begrenzten Mengen zu kaufen. Was das für den Konsum hier im Haus heißt, könnt ihr euch wahrscheinlich vorstellen… Susann: not amused. Over. And out.
























