August 11th, Affalter (Erzgebirge)
At the beginning some words for my English-speaking friends: I have been thinking about writing the blog in English, but I have to say: that would be hart work for me. So I decided to mix it, some Blog posts will be German, some English. Today: German. If you want to translate it I can recommand „google-translator“. It is nearly the best. And if you only want to see some pics, jump on the end of the post =)
Mein erster Blogbeitrag aus Deutschland. Also ja, es gab eine kurze Info, dass ich wieder da bin; heute bekommt ihr wieder einen längeren Redebeitrag meinerseits. Schon bevor ich in Neuseeland gestartet bin, hatte ich mir überlegt, den Blog weiterzuführen. Doch die ersten Wochen waren so voll, so anders, so „besonders“, dass mir oft die Worte fehlten, obwohl mein Kopf voller Gedanken war. Diese zu sortieren und für euch zu formulieren war eben ein anderes paar Schuhe.
Apropos Schuhe und Klamotten…. Viele von euch haben mich gefragt, wie es ist, nach Deutschland zurückzukommen? Puh, ich kann euch sagen, dass das – neben „Und, wie war es?“ – die schwerste Frage aktuell ist. Ich halte dann inne, versuche einen Vergleich zu finden, ringe nach Worten, versuche Emotionen, Gefühlsirrsinn und Kulturschock in Worte zu fassen, scheitere innerlich und überlege und überlege… womit ist es vergleichbar, nach dieser Reise nach Deutschland zurückzukommen?
Ein Versuch: am Ende des Sommers packst du deine Sommerklamotten und Schuhe weg, denn es kommt die kalte Jahreszeit und du brauchst Staufläche in deinem Schrank für all die Pullis und langen Hosen. Vielleicht packst du sie in einen Karton, verstaust sie gut, denkst nicht mehr dran. Irgendwann wird es Frühling, die Tage wärmer und du kramst die Kiste wieder vor. Dunkel erinnerst du dich, was du reingelegt hast, wie es war die Sachen zu tragen und du weißt auch noch, dass sie dir gut gestanden und gepasst haben. Du ziehst sie an und stellst fest: manches sitzt noch wie angegossen und manches sitzt nicht mehr so gut, anderes gefällt dir nicht mehr, doch du denkst „Geht schon noch“ oder „Wird schon wieder passen“. Tage vergehen, vielleicht zuppelst du an dir herum und obwohl es deine Sachen sind, gibt es unter all den Dingen eben manches, was nicht mehr zu dir gehört. Und hey, es lag ein Winter dazwischen, du hast dich verändert. Vielleicht nicht nur äußerlich (immerhin gab es Weihnachtsschlemmereien dazwischen), vielleicht auch innerlich. Dein Bild von dir, dein Geschmack…
So ist es für mich, nach Deutschland zurückzukommen. Wenn ich meine Kiste anschaue, die ein halbes Jahr verstaut war, dann gibt es Dinge, die erfreuen mein Herz und Dinge, die ich ansehe und denke: das passt nicht mehr. Seit 16 Tagen bin ich wieder hier und viele Begegnungen sind so, als wäre ich nie weggewesen.Manches verändert sich nicht oder nur ganz wenig: Superschön!
Doch gibt es tatsächlich viele Dinge, die mein Leben ausgemacht haben, bevor ich gefahren bin, an denen ich nun täglich rumzuppel. Ich denke „Das muss doch gehen“, „Das muss doch passen, immerhin habe ich es so lange getragen“ (jetzt im Klamotten-Bild noch mal gedacht), doch es passt nicht mehr. Und das löst Verschiedenes in mir aus: ich freue mich über meinen Weg, meine Veränderung bis heute, weiß warum ich unterwegs war und was ich für mich gefunden und erreicht habe und ja, besonders nach dieser so ganz anderen Reise habe ich Gedanken und Weisen entdeckt, die ich nicht erwartet habe. Und auf der anderen Seite bin ich auch unglücklich, betroffen und eine große Portion ratlos, denn – und ich möchte es mit Frodos Worten sagen: „Wie knüpft man an an ein früheres Leben? Wie macht man weiter, wenn man tief im Herzen zu verstehen beginnt, dass man nicht mehr zurück kann?“. Jaaa, der Hang zum emotional Dramatischen, den habe ich noch immer 🙂 Manches ändert sich nicht! Und doch auch ganz deutlich: nach einem halben Jahr habe ich mich verändert, habt ihr euch verändert, hat sich die Welt verändert (und das wahrscheinlich noch mal deutlicher durch Covid 19). Und so ist es. Und so darf es sein.
„Und, was hast du nun vor?“ Platz 3 der schweren Fragen. Wie will ich anknüpfen an mein früheres Leben hier? Als Erstes habe ich begonnen, all den Dingen, die ich nicht mehr brauche und die mir nicht mehr passen, ganz aktiv einen neuen Platz zu geben. Klamotten und Schuhe, Bücher, Spiele, Unterrichtsmittel, Haushaltsdinge, Möbel… es gibt eine Fülle von Sachen, die gehen dürfen, neue Besitzer finden oder einen guten Platz im Kreislauf des Vergehens einnehmen. (Wenn jetzt einer von euch das Bedürfnis oder den Gedanken hat, mich zu fragen, was noch da ist, scheut euch nicht! Es gibt noch reichlich Dinge, die ich gern an euch für einen Silberling oder Groschen abgebe. Schreibt mir bei Facebook oder schickt mir ne einfache SMS, Antwort garantiert 🙂 Und wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst und euch bin: es gibt nichts, was es in meinem Haushalt nicht gibt. „Zwinker“.) Und dann darf ich euch auch ehrlich sagen: nach Deutschland zurückzukommen und keine Arbeit zu haben, bedeutet anderen „Spaß“. Den muss ich denke ich nicht weiter ausführen, oder? Paragraphen-Ämter-Wald(kein)Spaziergang. Nochmal „zwinker“.
Und sonst? Was ich neben dem Aussortieren mache? Das wird an einem anderen Tag Platz bekommen. Spannungsbogen und so 🙂
Für heute will ich gern schließen mit meinem Seelenhundemann Rumo. Ihn wiederzusehen war zu Beginn ein wenig seltsam, seinen Gesichtsausdruck deutete ich zwischen freudiger Verwirrung und „Dich kenn ich doch, doch was willst du denn hier?“. Nach mehr als einer Woche miteinander haben wir uns wieder eingegroovt und eingewurschtelt, waren auf alten und auch neuen Spuren unterwegs, es wurde gekuschelt, manchmal geknurrt und wir freuen uns aneinander. Davon gibt es noch ein paar Eindrücke für euch. Passt gut auf euch auf und fühlt euch herzigst gegrüßt!
























