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Buskind

Bevor ich gleich meinen Kopf ausschalte, wollte ich mich doch noch mal bei euch melden, denn dieser Tag war „Hältstdunichtfürglaubstdukaum!“. Und weil ich immer wieder gedacht habe, dass das Leben und der Alltag die schönsten und auch abgefahrensten Geschichten schreibt, habe ich mir tagsüber fleißig Notizen gemacht, um keinen dieser irren und irrwitzigen Eskapaden zu vergessen. Nun also von vorn:

Am Samstag habe ich versucht via Internet ein Busticket für folgende Strecke zu kaufen: Siem Reap nach Senmonorum. Letztere Stadt liegt im östlichsten Teil Kambodschas und wird von Touristen eher wenig besucht, was zum Einen an den mangelnden Busverbindungen als auch an den überschaubaren Übernachtungsmöglichkeiten abzulesen war (kein Couchsurfing hier bspw.). Nun denn, ich wollte aber auf jeden Fall das Alternative Elefantenprojekt hier besuchen, also: suche einen Bus. Hab dann auch einen gefunden, leider weigerte sich die Seite aber beharrlich, meine VISAKarte zu akzeptieren, was mich schlichtweg dann dazu gebracht hat, dem Hotel mein eid zu klagen und sie vertrauensvoll zu bitten, mir einen Bus zu buchen. Das war für den englischsprachigen Rezeptionisten kein Problem, er machte zwei Anrufe und schwups, ein Ticket sollte kommen. Das hat dann „nur“ einen Tag gedauert, aber dann war es da. Ricthtige Verbindung (da alles auf Khmer geschrieben war, hat Dyka das noch mal gecheckt), einmal umsteigen, nun ja, kriegt man ja auch hin. Abfahrt: 06.00 Uhr, angekündigte Ankunft: 15.00 Uhr. Für eine Strecke von 520km ein ausreichender Zeitraum trotz mangelnder Autobahnen in diesem Land. So dachte ich bis heute morgen. Und ihr schmunzelt bestimmt schon, weil ihr ahnt, dass es anders kam:

6 Uhr morgens: ein Tuktuk holt mich am Guesthouse ab (eigentlich, er kam erst 06.35 Uhr) un bringt mich zu einem Grillstand in der Stadt von Siem Reap; da steht noch eine Frau und zwei Kerle zocken an Handys. Ich frage nach dem Bus. Jajja, der kommt schon.

Kurz nach sieben: es kommt ein Bus. Wir zwei Frauen steigen ein, wundern uns, dass wir allein sind. Sie spricht kaum Englisch, ist aber sehr sympathisch. Wir fahren los. Bis kurz vor acht haben wir mindestens 15mal gehalten an irgendwelchen undefinierbaren Punkten der Stadt Siem Reap und immer kleckerten ein oder zwei Leutchen in den Bus. Alles Einheimische. Kein Touri außer mir und mich beschleicht ein seltsames Gefühl, dass mich das Hotel für 20 Dollar über den Tisch gezogen haben könnte. Das wird nicht das letzte Mal an diesem Tag sein. Wir halten an diversen weiten Punkten, keine Menschen steigen zu, sondern Pakete. Und Briefe. Post. Vor mir sitzt mittlerweile ein Mann, der „tindert“. Die Frau neben mir versucht ihr Englisch an mir zu testen. Erfolglos. Zwei Reihen hinter mir sitzt ein buddhstischer Mönch mit Fluppe im Mund. Diverse Jugendliche zocken oder hören laut asiatische Rockmusik oder Mädchenmucke. Die Frau hinter mir packt getrockneten Fisch aus und kaut ihn, sie versucht es zumindest, sie schmatzt mehr, als dass sie isst. Ich checke, dass die anderen nur 2 Dollar zahlen für die gleiche Strecke und ich verwünsche innerlich wieder das Hotel und diese ominöse Busfirma. Eine Frau mit Räucherstäbchen steigt zu. Schreiende Telefonate gegen die laute Musik starten. Niemand in diesem Land scheint Kopfhörer oder Headsets zu besitzen. Argh. Und kurz nach halb neun haben wir dann endlich auch die Stadtgrenze von Siem Reap überquert. Nur noch 500 km!

Unzählige Male halten wir wieder an, es steigen abwechselnd Post und Menschen zu. Um neun verladen sie dann auch eine Honda in den Kofferraum des Busses! Kein Scheiß! Noch nie gesehen sowas. Knapp 30min später ein Kühlschrank. Dann scheinen wir endlich alles zu haben. Definitiv alles, nur keine Touristen… Leise Ahnung: wann machen wir ne Pinkelpause? Ich beginne zu hoffen, dass meine Blase durchhält, tut sie auch, bis heute abend halb acht. Wow! Ich denke den ganzen Tag an Sascha – er weiß wieso. Zwinker zwinker.

Im Übrigen hat der Bus 3 Beschäftigte: einen Fahrer, einen Pagen und einen Abkassierer.

Gegen halb zehn schemißt die schmatzende Frau hinter mir ihren Rechner an und schaut HausfrauenTV – zumindest denke ich mir das bei den Stimmlagen die das Gerät von sich gibt.Überhaupt klingt alles in diesem Bus so seltsam gaatschig in meinen Ohren… Ach und was ich noch nicht verraten habe: der Bus ist voller Moskitos. Yeah! Nobite ahoi!

Um zehn halten wir an einem Fischstand. Alle außer mir rammeln raus und kaufen Tütenweise davon. Der Geruchspegel im Bus verändert sich drastisch.

Kurz vor halb elf: der Bus raucht und bleibt liegen. Kopfschüttelnd steige ich aus und mache mir ne Zigarette an. Bin den Tränen nahe vor Heulen und Lachen. Riemenwechsel. Klimaanlage fällt aus. Wir fahren von da an mit offener Tür. Mittlerweile ist es kurz nach elf und wir sind in Kampong Thom (macht euch ruhig die Freude und googelt die Strecke mal). Die Post steigt immer wieder aus. Und der Kühlschrank. Viertel zwölf hält der Bus plötzlich im Nirgendwo an einem Straßenstand: 30 Minuten Mittagspause. Waaaas?Kurz vor zwölf fahren wir weiter: die Frau zwei Reihen vor mir entlaust ihre Tochter. Ich guck zwei mal hin, weil ich denke, dass das gar nicht möglich sein kann. Doch, sie tut es. Ich denke an die Affen im Zoo Leipzig und will ganz dringend duschen.

Kurz vor eins steigen 4 ältere Damen mit Spucknäpfen zu. Das entlauste Mädchen kotzt. Irgendwer lässt aller 5 Minuten kräftig einen ziehen, die Jugendlichen zocken miteinander und zeigen sich aktuelle asiatische Youtube-Videos, die Frau hinter mir hat ihren nächsten getrockneten Fisch in der Zerre. Der Mönch raucht wieder. Geruchlich vergleiche ich den Laden mit der Pforte zur Hölle. Mittlerweile haben wir eine Verspätung von zwei Stunden.Das entlauste Mädchen kotzt zum zweiten Mal. Halb zwei ist Kampong Cham in Sicht. Die Mutter des Mädchens kotzt jetzt auch kräftig und ich denke: an solchen Essenständen sollte man nichts verzehren. Und jetzt stellen die Einheimischen auch fest, dass eine Fremde in ihrem Bus sitzt. Sie fangen an über mich zu reden, mich anzustarren, mit dem Finger auf mich zu zeigen (das ist übrigens das Schlimmste, was man in Kambodscha machen kann). Vielleicht denken sie, dass ich Französin oder Amerikanerin bin, da hat man dann nämlich gleich verloren.

Halb drei: ich habe den Bus gewechselt. Angeblich notwendig, ich habe aber das leise Gefühl, dass sie mich verschachert haben. Tatsächlich bekomme ich mit, dass ich in den zweiten Bus gewechselt habe, der an diesem Tag die Strecke Siem Reap Senmonorum gefahren ist. Wieder nur Einheimische. Sie starren gleich von Anfang an. Keiner spricht Englisch. Bis zur Ankunft werde ich die Attraktion schlechtin im Bus bleiben… Ich werde lethargisch. Starre aus dem Fenster. Immer wieder Feuer. Sie roden den Regenwald. Schwarze Felder. Hütten, Staub, Kinder, und so viele verwahrloste Hunde. Mein Herz weint. Und meine Augen ziehen nach.

Um fünf macht der Fahrer eine Pause, öffnet die Tür und entledigt in die Landschaft all den Müll des Busses. Entsetzen. Er freut sich. Ich schüttele offensichtlich den Kopf und werde belächelt von allen Seiten.

Ab halb sechs gibt es dann keine richtige Straße mehr. Nur noch rote Piste, Schlaglöcher, Staub. Viertel acht: Ankunft in Senmonorum. Alle Läden zu, erkaufe mir noch ne Cola von den zwei Amerikanern des Nachbarbungalows und werde heute hungrig zu Bett müssen. Immerhin frisch geduscht. Das ist doch besser als nischt =)

Tage in Siem Reap

Sou sdey! Acht Uhr abends. 29 Grad. Schwüle Hitze, aber es wird kein Gewitter kommen. Heute will ich euch ein wenig von meiner Zeit in Siem Reap erzählen. Doch zunächst: ich wohne jetzt in einem Guesthouse. Nun ja, was soll man sagen, die Hotels, die wir in den letzten Tagen genießen durften, waren deluxe. Ab heute bin ich im asiatischen Backpackerdasein angekommen, inmitten von Gekkos, Mäusen und Ratten – ja, die gibt es hier auch und ich muss gut aufpassen, keine Lebensmittel zugänglich zu haben, damit sie mein Zimmer bei der nächtlichen Suche großzügig aussparen. Also alles in den Kühlschrank gepackt, der zwar nicht funktioniert, aber eine superduper Tür hat 😉 Am liebsten würde ich da drin schlafen, gestehe: ich habe Schiss, dass die Krabbelviecher in mein Bett kommen und an mir knabbern. Ja, ich weiß, dass das seeeehr unwahrscheinlich ist und trotzdem, bitte nicht lachen. Ab heute verlasse ich meine europäische Komfortzone und da will ich euch auch gern daran teilhaben lassen 🙂

Siem Reap ist im Vergleich zu Battambang und Phnom Penh eine kleine, überschaubare Stadt, die von Touristen aller Welt belebt wird und die keine größeren Gebäude vorweisen kann, so dass ich mich an keiner Stelle erdrückt fühle. Die Regierung hat schon seit laaaanger Zeit verhängt, dass kein neues Gebäude höher als Angkor Wat sein darf, so dass die Hotels maximal vier Etagen haben und eher in die Länge gebaut wurden. Es gibt viel Grün hier, trotz der Trockenzeit, liegt wohl auch am Tourismus, denn an allen Ecken und Enden bemüht sich die Stadt sehr, ein Wohlfühlgefühl zu wecken und auch zu erhalten. Das einzig anstrengende der letzten Tage waren die Unmengen von TukTuk-Fahrern, die am liebsten alle gleichzeitig jeden Touristen durch die Gegend schaukeln würden. So oftwie hier habe ich lange nicht „Nein danke“ gesagt 😉 . An den touristischen Hotspots gibt es auch Unmengen von „must haves“, die man kaufen sollte, da ich aber ein begrenztes Gepäck habe, kann ich da ziemlich easy vorbeischlendern. Schwieriger ist es für mich hingegen, die (leider viel zu vielen) bettelnden oder verkaufenden Kinder zu umgehen. Dyka, unser super Reiseguide, sagt ihnen sehr oft, dass sie lieber zur Schule gehen sollen und lernen, um später einen Beruf zu ergreifen. Viele schauen traurig und es ist schwer, und doch will und kann ich auch nicht dieses „traurige“ System befeuern, so grüße ich, winke und gehe schweren Herzens vorbei.

Siem Reap ist DER Ausgangspunkt für die Erkundung der riesigen Angkor Area. Denn Angkor ist viel mehr als Angkor Wat. Angkor Wat ist einer der 276 Tempel, die auf diesem Fleckchen Erde errichtet wurden. Nun ja, ihr habt Recht, er ist mit Abstand der berühmteste Tempel von ihnen und ziert auch die Flagge von Kambodscha (habt ihr vielleicht in einem meiner letzten Beiträge gesehen, wenn nicht: noch mal lunzen 😉 ). Angkor Wat ist das größte religiöse Bauwerk der Welt und ich kann im Nachgang das Gefühl nicht beschreiben, was dieser Tempel in mir ausgelöst hat. Es ist magisch gewesen, außergewöhnlich, bezaubernd, verblüffend und melancholisch. Irgendwie birgt dieser Ort die Seele der Khmer und beeindruckt zugleich in einem Mikrokosmos mit der hinduistischen Weltvorstellung. Letztere hier zu erklären, wäre mühsam, deswegen: wer Näheres dazu wissen will, lese gerne nach im Reiseführer von Know How „Kambodscha“. Seit 27 Jahren ist das ganze Gebiet Angkor (Angkor heißt übrigens schlichtweg „Hauptstadt“) zum Weltkulturerbe erklärt und zahlreiche Wissenschaftler und Stiftungen arbeiten seitdem daran, die Tempel wiederherzustellen bzw. zu erhalten. Dazu sollte man Folgendes wissen: der äußere Stein der Tempel ist ein Sandstein, lediglich nur die erste Schicht. Darunter befinden sich unzählige Tonnen vulkanischen Gesteins, auf denen sehr gern Bäume und Büsche Fuß fassen, so dass die Temepl über lange Zeit, in der sich niemand um die Erhaltung kümmerte, begrünt und von der Natur nach und nach zerstört wurden. Von den 276 Tempeln gibt es noch einen, an dem man dies beeindruckend nachvollziehen kann: Prasat Ta Prohm. Den kennt ihr wahrscheinlich auch, der Tempel mit den riesigen Baumwurzeln.

Zusammen mit der Gruppe habe ich einige Tempel zu verschiedenen Tageszeiten besucht und was soll ich sagen: wunderschön war es! Zuletzt auch der Sonnenaufgang in Angkor Wat. Und für alle, die jetzt denken, das sollte ich mir auch mal anschauen, kann ich nur sagen: Ja, auf jeden Fall! Keine Worte in keinem Blog können das beschreiben, was einem da durch Mark und Bein und Seele fährt.

Gestern Abend habe ich noch mit einigen anderen der Gruppe den unglaublichen Zirkus PPS besucht, ein unglaublich tolles Projekt. Dazu könnt ihr hier mehr lesen: https://pharecircus.org/. Also, wenn ihr mal in Siem Reap seid, den Besuch dort solltet ihr auch unbedingt einplanen! Und einen tollen Kaffee im „Brown Coffee“ auch 😉

Seit heute morgen beginnt nun mein Abenteuer: Sus allein unterwegs. Die Gruppe hat sich auf den Weg nach Bangkok gemacht und fliegt von da aus nach Hause. Ich bin morgen noch einen Tag in Siem Reap und „relaxe“, bevor ich mit einem Bus Richtung Mondulkiri/ Senmonorom starte, um die Alternative Elefantenstation zu besuchen. Dazu später mehr. Ein letztes an dieser Stelle: Mondulkiri ist eine der ärmsten Regionen des Landes, mancherorts ohne Strom, fließendes Wasser und ohne WiFi. Deswegen seid bitte nicht besorgt, wenn ihr in der neuen Woche nix von mir lest und seht. Passt gut auf euch auf und bleibt behütet! Li hai!

Ich bin beschenkt…

28. Februar 2020: Hallöchen ihr daheim! Nun, was soll ich sagen: ich habe ein wenig Muse, euch von meinen letzten Tagen in der Ferne zu berichten. Der Weg führt von Phnom Penh nach Battambang und zuletzt nach Siem Reap. Doch bevor ich damit starte, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern, mag ich doch eins anmerken: es ist sooooo heiß! Wowow! Kurz vor sieben und noch fröhliche, schwüle 33 Grad. Sonne gibt es keine mehr dazu, zum Glück – das war heute irre. Und ich meine: wer mich kennt, der weiß, dass die Hitze (naja, eigentlich schon eine Wärme über 25 Grad =) ) und ich nun wirklich keine Freunde sind, denn ich bin immer noch lieber erfroren als erschwitzt. Und ja, ihr wisst das, ich kann ganz schön klagen, wenn es zu heiß ist und mein Gehirn vor Hitze geschmolzen scheint und ich keinen einzigen klaren Gedanken mehr fassen kann. Viele von euch werden jetzt grinsen und denken: oh ja, die Sus und die Wärme. Und ja, ich habe mich letzten Sommer in Leipzig echt oft beklagt, aber das hier: omg! Wir hatten heute im Schatten erfrischende 40 Grad. Und jetzt stellt euch mich mal kurz vor: knallroter Schädel, in meiner Muttersprache schimpfend – leise, aber eindeutig ;-), mit einem Fächer aus Vietnam wedelnd und trotzdem: ich hab es durchgezogen. Yuhuu und yippie und was auch noch sonst so! Ich bin alle Stufen und Kilometer durch Angkor Wat, Angkor Thom und Banteay Srey gestiefelt – mit meinen neuen Wanderschuhen, die defintiv für Schnee und Eis gemacht sind und nicht für wüstige Temperaturen 😉 So viel vornweg: es wird in den kommenden Tagen Fotos von mir geben, aber erwartet bitte auf keinen Fall zu viel. Ihr werdet ausschließlich mein tomatigstes Sonnengesicht sehen.

Nun zurück zur fröhlichen Überlandfahrt der vergangenen Tage.

Erster Stopp auf dem Weg zwischen Phnom Penh und Battambang: floating village. See: Tonle Sap. Dieser See wächst und schrumpft je nach Jahreszeit um mindestens 50 Prozent in jede Richtung. Mit dem Wachsen und Schrumpfen ziehen die Fischer den Fischen hinterher und deswegen leben sie in beweglichen Buden und schwimmenden Häusern. Alle gemeinsam, Familie für Familie, in diesem Dorf mindestens 1000 Familien, auf einem Boot mit einem Schlafraum und einer Küche. Als ich nach dem Bad frage und dem WC lacht der Guide und deutet mit der Hand auf den See. All diese Geschäfte gehen direkt dorthin und tatsächlich sehe ich badende Kinder, waschende Frauen… Ich finde dieses Leben für mich mit keiner Wimper vorstellbar obwohl dieses Dorf alles hat, was man braucht: Läden, Werkstätten, eine Schule, Strom 😉 und eigentlich sieht alles aus wie in jedem anderen Dorf: Menschen spielen und schwatzen, sie zocken und werkeln, sie kochen und putzen, sie lachen und streiten. In unserer Reisegruppe keimt der Gedanke auf, dass diese Menschen arm sind und Olga fragt unseren Guide. Dyka lacht. „Was ist der Sinn in deinem Leben, was ist wertvoll für dich?“, fragt er. „Die Menschen hier sind nicht arm. Und außerdem haben sie täglich Arbeit und können täglich Geld verdienen. Und sie haben ihr Essen direkt vor der Tür schwimmend. Die Bauern auf dem Reisfeld ernten einmal oder dreimal im Jahr und dazwischen verdienen sie kein Geld. Da geht es den Fischern hier sehr gut, oder?“ Viele der Gruppe verstehen, was er sagen will, für Olga scheint es eine Frage zu bleiben. Wir erfahren von Dyka, dass die Fischer keine Steuern zahlen müssen und dass die „Arztpraxis“ vom Staat gestellt wird und dass alle unter 15 Jahren kostenlos behandelt werden – hier oder in Krankenhäusern. Und spätestens als ich in Battambang in der Küche einer Familie stehe, die 24/7 Reispapier herstellt (herstellen muss) und nicht weiß, wieviel sie dafür bekommen werden, habe ich einen Hauch von einer Idee, was Dyka meint indem er sagt, dass die Fischer im floating village eine gute Arbeit haben. Mir hängt seine Frage nach: „Was ist wertvoll, was ist für mich der Sinn meines Lebens?“ Ob ich die jemals beantworten kann? Derzeit bin ich ein Pilger und der Weg ist das Ziel und Fragen auf meinem Weg bereichern ihn…

Wir fahren weiter nach Battambang. Die Straße wird mit Mitteln der japanischen und chinesischen Regierungen finanziert und wird irgendwann zweispurig Richtung Thailand fertiggestellt sein. Bis dahin quälen sich zahlreiche Autos, TukTuks, Fahrräder, Busse, LKWs manchmal zäh und manchmal zu rasant über eine bucklige Piste, die gesäumt ist von kleinen Ständen, an denen die Menschen feilbieten, was einem Reisenden gut tun könnte. Überhaupt sind die Überlandfahrten in Kambodscha so herausfordernd und beeindruckend, dass ich unweigerlich mit Dyka über die Infrastruktur ins Gespräch komme. Eine schwierige Sache nach dem Bürgerkrieg. Und eine schwierige Sache mit den wechselnden Jahreszeiten: von großer Hitze zu massiver Nässe – baue da mal jemand eine chice Straße und einen Trasse für eine Bahn!

In Battambang checken wir dann gegen Abend ein und es ist das erste Hotel, in dem ich nicht unweigerlich länger bleiben möchte. Defintiv deutlich wird, dass diese Stadt zwar die zweitgrößte des Landes aber mitnichten ein touristisches Highlight ist, denn eigentlich bleibt festzuhalten: hier gibt es keine herausragende Architektur, keine riesigen hübschen Tempelanlagen oder Paläste, hier ist es stickig und versmogt und staubig und heeeeiß. Kein Toruistenmekka, also merke ich ziemlich schnell bei meinem abendlichen Spaziergang und Essen, dass ich mit meinem auch so bezauberndsten Englisch hier nicht weit komme. Ich google kurz: Wie lange dauert es, Khmer zu lernen? Ich versuche mich in den Basics von Hallo und Tschüss und gebe innerlich auf. Aussichtslos 😉

Tags darauf: Fahrradtour. Yeah. Und: omg. Echt euer Ernst bei diesen Temperaturen und der Schwüle und vor allem: dem Staub? Und doch: ja, es war Teil des Plans, also ziehen wir ihn fröhlich durch und am Ende werde ich lächelnd sagen aus vollem Herzen: das war schön. Ich werde schwitzend und dreckig feststellen, wie gut es mir geht. Denn das ist das erste was mir nächhängt nach dieser Tour (und ehrlicherweise auch nach all den bisherigen Tagen in Asien): ich bin beschenkt. Mit etwas, das ich mir nicht ausgesucht habe, sondern dass mir Dank des Aufenthaltsortes meiner Mutter zu meiner Geburt gegeben wurde: ein Pass und nunmehr auch einer aus einem vereinigten Deutschland. Heut bin ich zu müde, um mehr darüber zu schreiben, aber das wird ein Gedanke sein, den ich in ein paar Tagen noch mal aufgreifen will. Erinnert mich gern, wenn ich es nicht tue =). .. Auf unserer Tour besuchen wir eine Familie, die Reispapier herstellt (hab ich euch ja schon verraten), eine Familie, die Bananenköstlichkeiten produziert, eine Familie, die Schlangenschnaps und Reiswein herstellt, eine Familie, die am Straßenrand in einer Laube lebt und „sticky rice“ kocht und ihn für Pfennige verkaufen muss, um über die Runden zu kommen. Bei letzterer Familie habe ich keine Fotos mehr gemacht, weil es mir so weh tat, sie so zu sehen. … Gesegnet bin ich, die nach diesen 25 km eine Dusche haben kann und ein klimatisiertes Zimmer, einen kühlen Bus und fließendes, sauberes Wasser am Abend, um mir die Füße zu waschen und erst recht ein Bett mit mehreren Kissen und einem Pad, dass Herr der Ringe zum Einschlafen abspielen kann, weil es Strom bekommen hat… Und da beschwere ich mich übers WiFi und das Wetter – ich schüttele gerade meinen Kopf über mich selbst. …

Passt gut auf euch auf! Bleibt behütet! Ich falle jetzt ins Bett, in ein paar Stunden stehe ich auf: Sonnenaufgang in Angkor Wat. Bis bald!

Erste Eindrücke Kambodschas

25. Februar 2020: Die Hitze ist der Hammer, wenn ich mir vorstelle, dass die Menschen daheim gerade in Rollkragenpullis Wintersport schauen und sich einen Tee kochen und den Regen von drinnen anschauen (oder auch den Schnee), dann kann ich das kaum glauben. Bei der heutigen Tour sind wir geschlossen, von Schatten zu Schatten gehopst, weil es in der Sonne kaum auszuhalten war und wir das Gefühl bekamen, zu braten. Mittlerweile ist es fünf und es sind erfrischende 30 Grad und ich habe mich auf das Dach des Hotels zurückgezogen und trinke eine eisgekühlte Cola. Mittlerweile eines meiner täglichen Getränkebegleiter, besonders ratsam unterwegs, weil verschlossen und man weiß, was drin ist =).

Seid gestern nun bin ich in Kambodscha. Dass dieses Land ganz anders ist als Vietnam zeigte sich direkt nach der Grenze. Die Straßen sind staubig und trocken, erinnern ein wenig an die Straßen im Süden Marokkos auf dem Weg nach Ouarzazate. Die Häuser sind großteils aus Wellblechen zusammengeschustert, Kinder und Hunde spielen inmitten von Dreck und einer unglaublichen Flut Plastik. So viel Plastik überall – in Bäumen und Büschen, zwischen den Häusern, auf den Feldern, in kleinen Tümpeln und in allem herumfliegend – das hab ich noch nie gesehen. Und das über Kilometer entlang der Straße nach Phnom Penh. 3 Stunden Fahrt. Erreicht man die Stadtgrenze hört der Anblick abrupt auf und weicht einer Mischung aus alten Häuschen, manche ein wenig vietnamesischer Architektur entspringend, Neubauten, Hochhäusern, aufgeräumte Gehwege. Die Anzahl der Menschen, die einem kleinen Gewerbe nachgehen nimmt zu, die Zahl der Mopeds ab und die Größe der Autos explodiert. So viele Vans in viel zu kleinen Straßen! TucTucs schlängeln sich dazwischen, einige Fahrradfahrer und Ampeln, an die sich fast alle Verkehrsteilnehmer halten! Wahnsinn, im Vergleich zu HCMC ist das hier dahingehend ziemlich aufgeräumt.

Phnom Penh also für die kommenden zwei Tage. Der Name heißt übrigens sinngemäß „der Hügel Penhs“. Penh war eine alte Frau, auf die eine Stadtgründungslegende zurückgeht. Sie hat wohl einen künstlichen Hügel angelegt, long long time ago, um Statuen für Buddha hervorzuheben und in besonderer Weise zu ehren. Tatsächlich gibt es noch heute künstlich angelegte Hügel, auf denen Buddha in Form kleiner Tempel geehrt wird und die mit unterschiedlichen Pflanzen des Regenwaldes begrünt wurden. Einer davon befindet sich im Royal Palace. Phnom Penh ist die Hauptstadt Kambodschas, rund 3 Millionen Menschen leben laut Localguide hier, das Land als solches hat knapp 16 Millionen – man halte kurz fest: HCMC an sich hat 14-15 Millionen Einwohner ;-)!

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung Kambodschas liegt bei knapp 25 Jahren! Laut unterschiedlicher Quellen beläuft sich das in Deutschland derzeit auf ca. 45 Jahre. Dass dieses Land so jung ist, hat tragische Gründe der jüngeren Geschichte, die mir bis dato in diesem Ausmaß nicht bekannt waren. Heute dann hat es mich ganz schön eingeholt, als wir eines der „killing fields“ und das Genozidmuseum Phnom Penh besichtigt haben. Zwei Namen immer wieder: Pol Pot und die Roten Khmer, die zwischen 1975 und 1979 ein Schreckensregime diktatorischer Art unter kommunistischem Deckmantel führten. Wie viele Menschen in dieser Zeit tatsächlich starben, weiß niemand. Viele wurden verschleppt, gequält, getötet, … bis heute sind unzählige Menschen vermisst und noch immer stehen Häuser in allen Teilen des Landes leer und warten auf die Rückkehr ihrer Besitzer oder Nachfahren. Geschätzt, und diese Zahl habe ich heute einige Male gehört, starben zwischen drei und vier Millionen Menschen (die Bevölkerungszahl 1975 belief sich auf rund 9 Millionen Menschen). An dieser Stelle will ich keineswegs versuchen, Geschichte zu erklären, davon habe ich keinen Dunst, nur ein paar Eindrücke, die mir hängen geblieben sind: Aufgerieben zwischen den unterschiedlichen Besatzungsmächten in dieser Region und ehemals Indochina, strategisch günstig für den geführten Krieg in Vietnam, gelang es dem König Kambodschas nicht, das Land neutral zu halten. So kam es zu einem Bürgerkrieg im Land zwischen den königlichen Truppen und Teilen der Kommunistischen Partei Kampuchea & der Vereinigten Nationalfront. Am Ende eines grausamen Krieges rief die Kommunistische Partei des Landes das „Demokratische Kampuchea“ aus, die letztendlich aufgrund ihrer Truppenstärke die Oberhand hatte. Scheinbar bejubelten dies auch große Teile der Bevölkerung und erhofften sich Frieden im Land und eine neue wachsende Wirtschaft, Bildung und Sicherheit, wie sie vor dem Krieg für so viele zu genießen war. Doch es kam anders. Pol Pots Idee eines Agrarkommunismus und seine unglaublich riesige Paranoia (letztendlich ließ er auch einige seiner engsten Vertrauten und Freunde hinrichten) zwang die Bevölkerung in Lebensumstände, die kaum vorstellbar sind. Als ersten Schritt ließ er Phnom Penh räumen. Innerhalb von drei Tagen mussten alle Einwohner die Stadt verlassen, keiner wusste wohin. Eine Lüge ließ sie gehen: Pol Pot ließ verkünden, dass die amerikanischen Truppen von Vietnam aus die Stadt zerbomben würden und alle binnen 72 Stunden in Sicherheit gebracht werden mussten. Danach könnten sie, sodenn noch etwas „übrig geblieben wäre“ in ihre Häuser und Wohnungen zurrückkehren. Dass kaum jemand wiederkehren würde, ahnte damals niemand. Die Ströme der städtischen Bevölkerung wurden aufs Land gezwungen, um dort unter miserablen Umständen, Reis anzubauen. Die Menschen, die zu schwach waren, zu laufen, wurden erschossen. Die Menschen, die Pol Pot zu kapitalistisch waren, wurden ermordet. Die Menschen, die kritisch fragten, wohin es ginge, wurden umgebracht. Die Menschen, die weinten, auch. … über vier Jahre galt es still zu sein, keine Fragen zu stellen, keine Träne zu zeigen, zu zittern, zu bangen, sich zu verstecken, seinen Namen zu ändern,… „Die Organisation“ hörte alles, wusste alles, kannte keine Gnade. Wer fragte, wer weinte, wer nicht arbeitete, wer lesen konnte, wer eine Fremdsprache sprach… war „der Feind“. Und der wurde vernichtet. Und nicht nur er, sondern auch seine Familie, bis zum kleinsten Baby, denn „wenn man Gras vernichten will, muss man es nicht nur abschneiden, sondern mit der Wurzeln ausreißen“ – so hieß es im Museum des Killing Field (das größte bisher bekannte) Choeung Ek. Dort gab es 86 Massengräber von Khmer, Chinesen, Frauen und Kindern, muslimischer Cham, Touristen aus dem Ausland… Geschätzt 20.000 Tote. Bis heute sind nicht alle Leichen geborgen (an dieser Stelle muss ich leider anmerken, dass ich die „Erinnerungskultur“ dahingehend nicht nachvollziehen konnte, als dass die Besucher dieses Ortes auf Holzblanken über die geöffneten Gräber und auch über nicht geborgene Gräber laufen; und doch wahrscheinlich auch etwas, was Zeit braucht, denn die Gräuel liegen ja erst knapp 40 Jahre zurück). Inmitten des Killing Fields steht ein Turm, eines Tempels gleich, voller Knochen und Schädel. Befremdlich.

Dyka ist unser neuer Tourguide. Er erzählt auf dem Weg zurück: Eines Tages kamen Soldaten zum Haus seiner Eltern und verhafteten Vater und Mutter, Onkel und Tante und den Großvater. Ihn, seine Geschwister und seine Großmutter nahmen sie an diesem Tag nicht mit. Was mit den Verhafteten geschah, wweiß er bis heute nicht. Seine Großmutter nahm umgehend die Kinder, packte notdürftig ein paar Dinge und ab dann liefen sie und versteckten sich. Jeden Tag in Angst, sie könnten gefunden werden. Jeden Tag die Ungewissheit, zu verhungern, aufzufliegen… Die Großmutter hat es geschafft, alle vier Kinder bis Kriegsende zu beschützen. Ein Wahnsinn. Den Besitz und das Haus seiner Eltern haben sie versucht, 1984 zurückzubekommen. Zu dieser Zeit (bis 1989) war das Land jedoch unter vietnamesischer Besatzung und der Grund einer vietnamesischen Familie überschrieben worden. Das Haus steht noch heute, sagt er den Tränen nahe. Seine Familie lebt nunmehr in Siem Reap.

Heute ist Kambodscha eine parlamentarische Wahlmonarchie. Der König kehrte aus dem Exil zurück, 2012 verstarb er und nunmehr regiert sein ältester Sohn, 66 Jahre alt, Single. Es sind wohl jedoch eher repräsentative Funktionen, die er inne hat. Mehr kann ich an dieser Stelle dazu nicht schreiben; vorsichtig sollte man sein im Fragen stellen – vielleicht von Bali aus dann mehr dazu.

Ich bin froh, dass es heute nachmittag noch etwas anderes gab: den Besuch des Royal Palace. Ein kleiner „Ausgleich“ zu allem Grausamen des restlichen Tages. Obgleich auch der Guide dort von seiner Familie erzählte und wieviele umgebracht wurden… Es bleibt die Ahnung, dass jede kambodschanische Familie solche „Geschichten“ erzählen wird. Horrible.

Good Morning, Vietnam!

So, ihr Lieben daheim und all over the world =). Mein letzter Beitrag aus Vietnam – der erste Länderstopp endet morgen und es geht mit dem öffentlichen Bus weiter nach Kambodscha. 10 Tage war ich mit einer Gruppe in diesem so ganz anderen Land unterwegs und als wir gestern beim Farewell Dinner auf die Zeit zurückblickten, kam es mir viel länger vor als „nur“ 10 Tage. So vieles habe ich gesehen und erlebt, mit und ohne Gruppe, und alles war eine „Erfahrung“ – es ist mir nicht möglich, im Nachgang ein Highlight auszuwählen =) Freilich gab es einiges, was ich nicht zwingend gebraucht hätte, und doch hat es meinen Horizont erweitert.

Eigentlich wollte ich heute ein Fazit der Reise durch Vietnam ziehen. Hihi, eigentlich. Tja, was soll ich sagen: kann ich nicht. Das, was ich von Vietnam erlebt habe, war so vieles zugleich: laut und still, schnell und entschleunigt, fremd und vertraut, heiß und kalt, nass und trocken… Es ist ein Land, welches ursprünglich nicht auf meiner Reiseroute stand und tatsächlich nur dort gelandet ist, weil die Reise nach Kambodscha mit einer Gruppe Vietnam eingeschlossen hat. Also bin ich hier gestartet. Mancherorts habe ich mich sehr wohlgefühlt, besonders in Hoi An wäre ich sehr gern länger geblieben und möglicherweise war das auch dem Fakt geschuldet, dass die Architektur auch französisch war und ich mich deswegen nicht „ganz so fernöstlich“ gefühlt habe. Auch fällt es mir schwer, ein faires Fazit zu ziehen, sitze ich doch derzeit in einem Hotel in Ho Chi Minh City (HCMC). Diese Stadt ist die mit Abstand herausfordernste, die ich bisher erlebt habe… 14 Millionen Einwohner und gefühlt sind alle gleichzeitig auf der Straße in Autos und besonders auf Mopeds unterwegs. Es hupt und brummt und kracht an allen Ecken, diese Stadt schläft niemals. Ein Ort, an dem ich keinen Tag länger bleiben möchte. Nur noch eine Nacht 😉 Und vielleicht ist es auch dieser Kontrast, der das Land und damit mein Fazit gut beschreiben kann.

Bevor ich mich in eine neue „Zeit“schmeiße, will ich noch ein wenig über die Zurückliegende erzählen – ich hab euch dazu ein paar Bilder zusammengestellt.

Duc and the sticky rice: Duc war in den vergangenen Tagen der denkende, empathische, organisierende Kopf unserer Gruppe und an dieser Stelle möchte ich meinen Hut ziehen und ihm danken! Er hat diese Mischung von Menschen, die wie ein Rudel Katzen in jede Richtung gesprungen ist, als seinen „sticky rice“ zusammengehalten und sicher durch die Lande gebracht. Besonders wenn wir als Gruppe die Straßen überquert haben, staunte ich über seine Ruhe und sein Talent, ein Tempo zu wählen, welches sogar Hella und ihren Rollator sicher durch die Flut von Mopeds und Autos gebracht hat =).

Häuser: In jedem Städtchen oder Dorf sind die Häuser sehr schmal, dafür aber sehr tief gebaut. Das hat einen besonderen Grund: die Leute mögen gern an Straßen bauen, denn dann können sie selbst im Haus einen kleinen Laden haben, über welchem sie dann wohnen bzw wohnten. Deswegen wurde über viele Jahre die Breite des Hauses aber nicht die Tiefe versteuert. So kommt es, dass sie Häuschen so gequetscht wirken. Mittlerweile wurde das Steuersystem geändert, so dass die neueren Bauten breiter werden.

Elefantenohrfisch: Dieser Fisch ist besonders zahlreich im Mekong zu finden, so dass er gern aufgetafelt wird. Wie ihr seht, in ganz besonderer Weise =). Übrigens war dieser Fisch auch fritiiert. Überhaupt gibt es hier vieles frittiert oder in Form von Suppen. Man könnte sogar frittierte Nudeln mit Suppe essen! Hab ich dann aber doch gelassen. Großteils habe ich lecker vietnamesisch gegessen und besonders den Pomelosalat und die Passionfruit in mein Herz geschlossen. Leider gab es bisher nicht die Gelegenheit, die Jackfruit zu probieren, vielleicht ergibt sich das in Kambodscha oder Bali.

Ho Chi Minh City (HCMC): wahrscheinlich noch immer besser bekannt als „Saigon“. Besonders an dieser Stelle denke ich, dass die Bilder für sich selbst sprechen. … Vieles wurde bis 1975 zerstört und nur weniges wurde seitdem wieder aufgebaut. Deswegen strotzt die Stadt von modernen Wolkenkratzern und nur wenige Straßen haben alte kleine Häuschen, wie sie so typisch sind. Das Postoffice und Notre Dame, zwei der „alten“ Sehenswürdigkeiten sind anteilig erhalten geblieben. Die Kirche jedoch wurde fast komplett zerstört und bis heute wiedererbaut. Als sie zum ersten Mal errichtet wurde, geschah dies unter französischer Besatzung mit Baumaterial ausschließlich aus Frankreich. Überhaupt hat die französische Besatzung deutliche Spuren hinterlassen: auch die Schrift, wie sie heute in Vietnam genutzt wird, wurde von Franzosen entwickelt, um die Bevölkerung besser zu verstehen und mit ihnen kommunizieren zu können.

Kriegserinnerungen: Das, was wir als erstes in HCMC gesehen haben, war das War Remnants Museum. Ein Museum vor allem bestehend aus Kriegsfotographien des Vietnamkrieges bzw. des zweiten Indochinakrieges… Bedrückende Abbildungen, traurige Schicksale, erschreckende Zahlen… besonders betroffen war ich in der Ausstellung über „Agent Orange“ und dessen Auswirkungen, die bis heute anhalten, zweite, dritte Generation und ein Ende ist nicht absehbar. Trotz aller Betroffenheit während des Besuches musste ich jedoch auch festhalten: History is written by the winner. Und damit auch die Darstellung innerhalb der unterschiedlichen Ausstellungen.

Kokosnuss: Eine kleine Episode zuletzt noch aus dem Mekong-Delta. Wir haben gestern eine Insel besucht, die fast komplett aus Kokospalmen besteht und deren Einwohner die Kokosnuss für alles nutzt, was sich ein kreatives Gehirn vorstellen kann: Wände und Dächer, Geschirr und Möbel, Spielzeug und Musikinstrumente, Süßigkeiten und zahlreiche Mahlzeiten, Körbe und Hüte, Kochutensilien und Waschzubehöre… Es gibt sogar eine religiöse Strömung in Bén Tre, die die Kokosnuss in den Mittelpunkt stellt: Dao Dua wurde 1963 von Nguyen Thanh Nam gegründet. Ziel ist es, wie in vielen anderen Strömungen auch, die Traditionen zu respektieren, zu sich selbst und seiner Mitte und innerem Frieden zu finden, einander zu lieben… Die Gläubigen trinken ausschließlich Kokoswasser, essen vorranging nur Kokosprodukte. Jeder wie er mag =) Übrigens: ich habe frische, leider auch sehr warme Kokosnuss probiert, mein Fall war es nicht.

Mot, Hai, Ba… Dzo!

Ein paar Tage bin ich nun unterwegs in Vietnam. Mittlerweile mit einer entzückend-herausfordernden Gruppe, die mich so oft an die FSJ-Wochen erinnert in ihrer Dynamik =). Bevor ich ein wenig aus dem Nähkästchen der letzten Tage plaudere, darf ich euch noch etwas anderes verrücktes verraten: meine deutsche Sprache lässt nach… Das fühlt sich so verrückt an, in englischer Sprache zu träumen und erst recht war es ein seltsames Gefühl in den letzten Telefonaten zu merken, wie an manchen Stellen der englische Satz in meinem Kopf schwirrt und ich nach der deutschen Übersetzung suche. Argh! Wahrscheinlich ist das manchen von euch bekannt? Also seht es mir nach, wenn die Sprache in meinem Blog herausfordernder für euch wird, erst recht die Satzbildung =).

Gestern bin ich in Hoi An gelandet. Und ich darf euch sagen: das ist das erste Fleckchen Vietnam, welches mich verzaubert hat und zu dem ich mir tatsächlich vorstellen könnte, mal wieder zurückzukehren. Eine wundervolle, kleine Stadt mit kleinen Gassen und Straßen, weniger Menschen als in den anderen Städten, die wir bisher besucht haben, eine frische Meeresprise hängt in der Luft und die Sonne kitzelt Glückgefühle hervor, wie ich sie aus den ersten Frühlingstagen kenne. Es zieht mich hinaus, Kaffee trinken, schwimmen, schlendern, die Seele baumeln lassen und schauen, wohin mich die Füße in diesen verzückenden Gässchen tragen. In diesem Städtchen mischt sich das asiatische mit dem europäischen, liegt auch ein wenig an der Geschichte, denn verschiedene Kulturen hatten in der Stadtgeschichte ihre Finger im Spiel: Japan, China, Frankreich, USA… Vietnam. Die Architektur ist definitiv verschieden zu der im Norden, dort waren die Häuser schmal und hoch; hier sind es maximal drei Etagen, geschmückt mit vielen Blumen auf den Balkonen und Lampions – so viele wundervolle Lampions! Rabimmel, Rabammel, Rabumm =)

Morgen ziehen wir weiter Richtung HCMC. Ehemals Saigon. Dann wird sich wahrscheinlich das Bild von Vietnam schließen, zumindest kündigte das unser Guide an. Ich bin gespannt, es muss ein harter Kontrast werden, besonders zu Hoi An. Ich werde es euch wissen lassen =)… Auf jeden Fall ist danach die Zeit in Vietnam vorbei und wir überqueren mit einem Bus die Grenze nach Kambodscha.

Vielleicht seid ihr neugierig, wie ich mich so in einer Gruppe mache? Bin ich doch eigentlich die, die plant und organisiert und die Herde arbeitstechnisch zusammenhält =). Nun denn, was soll ich sagen: es ist eine gute Übung für mich! Die ersten Tage habe ich vorrangig geübt, mit unserem Guide nicht mitzudenken. Das war eine wirkliche Challenge, loslassen, mitschwimmen, nicht denken sondern machen. Hab ich glaube ich ganz gut gemeistert. Nun bin ich Teil einer Gruppe, die in ihrer Mischung unterschiedlicher nicht sein könnte: Nationalitäten, Sprache, Berufe, politische Einstellungen, Humor, Geschwindigkeiten…. Und die Geschichten über diese Menschenmischung kann Bücher füllen =). Vielleicht sollte ich das tatsächlich nochmals in Erwägung ziehen, wenn ich wieder daheim bin.

Bis hierher für heute: das Resumee und alles weitere hebe ich mir für die Zeit nach HCMC auf =). Aber freilich hänge ich euch noch ein paar Bilder an. Liebste Grüße aus der sonnigen Ferne!

Erster Stopp: Hanoi

Ihr Lieben daheim! Drei Tage bin ich nunmehr unterwegs und habe schon meinen ersten Stopp fast hinter mir… Hanoi (Vietnam). Ich will euch sehr gern an meinen ersten Eindrücken teilhaben lassen – in Bild und Wort. Letzteres als Auszüge aus meinem „Tagebuch“. Ungeschönt und frei von der Leber =)

13. Februar: Die Luftfeuchtigkeit heute nachmittag macht mich kirre… alles ist klamm und klebt. Die Hände an allem, die Arme an der Glastischplatte, das Handy strotzt von Beschlagenheit und auch der Rechner perlt fast … ich bin genervt… vielleicht merke ich auch nach mittlerweile 24 Stunden, dass diese Stadt zwar hübsch auf ihre eigene Art und Weise ist, dass sie mich aber nicht packt und nicht verzaubern kann. Mit der Dichte der Menschen und den vielen Mopeds hatte ich heute kaum Schwierigkeiten und ich würde kühn behaupten, dass es in Marrakesch gefährlicher war, die Straße zu queren. Aber vielleicht ist es auch nur kühn aus der Erfahrung des heutigen Tages, an dem ich mich zum ersten Mal aus dem Hotel wagte. Gestern war an nicht mehr viel zu denken. Nachdem wir mit zwei Stunden Verspätung endlich aus Moskau landeten (in Moskau gab es so viel Schnee und Eis, dass wir nicht starten konnten), ging die Einreise richtig problemlos. Keine Beanstandungen weil ich kein Visa beantragte, keine Kontrolle des Gepäcks und nach kurzem Suchen hatte ich dann auch meinen Fahrer gefunden. Mit einem Affenzahn hat er mich zum Hotel gefahren, dass da nix passiert ist, verdanke ich meinen zahlreichen Schutzengeln, die sich schon gefühlt in Berlin an mich geheftet haben und ich hoffe von ganzem Herzen, dass sie nie wieder loslassen.

Nun sitze ich in der Lobby des Hotels, schlürfe Cola und erfreue mich einer riesigen Herde englischsprachiger Menschen aus aller Welt um mich herum. Ein fröhliches Geplauder und Biertrinken und Stühlerutschen – wie es ausschaut eine weitere Reisegruppe, die mit dem Anbieter hier durch Vietnam startet.

Ja, bleibt noch die Fragen, was hab ich heute gemacht und wie geht es mir mit diesem Fleckchen Erde? Heute bin ich nach einem ruhigen Frühstück zu Fuß losgewackelt, erst mal Richtung Militärmuseum. Dort war nicht viel los und ich konnte in Ruhe das Gelände und die Ausstellungsräume anschauen. Das was ich dort „gelernt“ habe (nachdem ich feststellen durfte, dass mein Englisch definitiv noch Luft nach oben hat =), ist, dass dieses Land sich auf dem „Grundprinzip“ der (kommunistischen) Verteidigung und der Selbstbehauptung gründet. Ho Chi Minh ( Uncle Ho ist DER Held der Nation, founder, leader and the trainer) gründete 1920 den Vorläufer der Partei (am 3. Februar diesen Jahres wurde groß der 90. Geburtstag gefeiert) und beendete mit deren „Aufstand“ erst die Besatzung durch die Franzosen und 1975 auch den Krieg gegen die USA. Durch die Geschichte immer wieder (!!!) besetzt, befallen, erobert, immer wieder „freigebombt“ und erst seit 1975 (nach einer Weile der Teilung in Nord- und Südvietnam) wieder vereint. Beide Flaggen wurden gemeinsam im Museum ausgestellt… ich habe mich gefragt, wie es wohl wäre, im militärhistorischen Museum beide Flaggen nebeneinander im Eingangsbereich hängen zu sehen…

Später, als ich wie durch ein kleines Wunder an der One Pillar Pagoda landete und damit auch im großen HoChiMinh-Komplex der Stadt, wurde nochmals sehr deutlich, wie wichtig Uncle Ho im alltäglichen Leben und Verständnis der Nation ist. Mein kleines Wunder hatte zwei Namen: Therry und Paul. Ein wunderbares Ehepar aus Utah, selbst den ersten Tag in Hanoi, vertrieb sich ein wenig die Zeit im Warten auf ihre Tochter und gabelte mich an einer Ampel auf. Erst verglichen wir die Karten, die wir vom Hotel erhalten hatten und als ich scheinbar wirklich hilflos dreinblickte, änderten sie einfach ihren Plan und nahmen mich mit. Gemeinsam waren wir eine schöne kleine Weile unterwegs, drei Mal begegneten wir uns danach noch und vielleicht laufen wir uns irgendwo auf meiner Reise noch mal über den Weg, denn sie wollen Englisch in Pnom Penh unterrichten. Volunteers für vier Wochen.

Meine Tour durch Hanoi führte mich nach dem Mausoleum, zur Pagoda, zum Botanischen Garten und den Bach Thao Seen, zum West Lake und zum Quan Thanh Temple (der vor eintausend Jahren dem Gott erbaut wurde, der den Norden beschützt) und dort konnte ich staunen, wie Alltag unterbrochen wird, um in den Tempel zu gehen und zu beten. In der Mittagspause. Ich bin gespannt, wie mir das in den kommenden Tagen noch über den Weg laufen wird. Zumindest freue ich mich jedes Mal, wenn der Abgas- und Abwassergeruch der Stadt durch Duftstäbchen unterbrochen wird. Es riecht ab und an nämlich wirklich so streng wie in den Medinas Marokkos, in denen alle Stationen des Lebens und des Tages nebeneinander passieren =)

14. Februar: Ich sitze nunmehr mal wieder in der Hotellobby und warte auf meine Gruppe. Meine Tour hat mich heute zuerst in das Hoa Lo Gefängnis geführt und ich bin stolz auf mich: Karten lesen kann ich zum Glück! Sonst hätte ich mich gnadenlos in dieser Stadt verlaufen. Und zum Glück bin ich auch mega kommunikativ =) Scheue mich nicht, zu fragen. Yeah! Also, das Gefängnis: Nunja, ein Bau aus dem späten 19. Jahrhundert, der von den Franzosen errichtet wurde, um politische Gefangene zu inhaftieren und zu foltern. Später, nach der Teilung Vietnams wurde es für amerikanische Piloten genutzt, bis es 1975 geschlossen wurde. Erst 1994 wurde es als Mahnstätte umgebaut und mit einer Ausstellung „versehen“. Es waren düstere Räume und doch hat mich die Atmosphäre nicht gepackt und ich überlege noch immer woran das liegen kann…

Meine Füße trugen mich danach weiter zum Womens Museum – an dieser Stelle muss ich festhalten, dass die Einlagen von Anne spitze sind! Tagsüber bin ich gut zu Fuß, abends dann hochlegen und am nächsten Morgen kann ich wieder durchstarten =). Das Museum war ganz nett gemacht, aber meinerseits wäre es kein Muss für Hanoi. Ein nettes Extra, wenn man noch etwas Zeit hat, denn die Geschichte ist nicht sehr tiefgründig dargelegt, eher Gebrauchsgegenstände und Klamotten. Also wenn man ein Faible für Mode hat: dann absolut ein Hingucker.

Danach bin ich weiter geschlendert durch die Gassen und todesmutig aber auch gelassen über zahlreiche Kreuzungen… ein bisschen wie eine alte Medina, ein bisschen, wie eine schlecht geplante Baustelle, vergesst die Schilder und Ampeln, kann man sich schenken! Der Verkehr läuft kreuz und quer und schaut im ersten Moment megachaotisch aus und beim zweiten Hingucken wie eine Sinfonie in 12-Tonmusik ohne Dirigent. Nicht schön, läuft aber.

Mein Weg führte mich vorbei am Hoan Kiem Lake mit dem Turtle Tower, dem Ngoc Son Tempel, dem alten Viertel und auch der Phung Hung Street mit der wundervollen Streetart (…an deren Ende zum Glück kein Stapel gebratener Hunde lag, wie es der Reiseführer angekündigt hatte). Überhaupt habe ich in den letzten Tagen wenig Tiere gesehen, manche haben einen Hund mit dem sie in den Parks spazieren, ein-zwei Katzen habe ich getroffen und ab und an sitzen in den Bäumen auch ein paar Vögel. Vermutlich hat sich der Großteil der Lebewesen, die keine Menschen sind, aus diesem Stadtchaos verzogen =). Clever sind sie. Tatsächlich kann ich mir auch schönere Plätze zum Wohnen vorstellen.

Mein Fazit nach zwei Tagen Hanoi: überraschend, spannend, trubelig, stickig, einladend für alle die sich durch die vietnamesische Küche schlemmen wollen, nix für Menschen die Ruhe suchen, ein guter Ort gewesen um in meine Tour zu starten und nunmehr bin ich fröhlich, weiterzuziehen.

PS: Der Pomelosalat war der absolute Hammer! Wer das Rezept haben möchte, wende sich vertraeusnvoll per Whatsapp oder Skype an mich =)

„Noch mal kurz…“

„Ich muss mal noch schnell, ich sollte mal noch ganz kurz, das geht auch ganz fix, das macht sich doch flink nebenher…“. All diese Sätze schwirren in den letzten Tagen durch meine Wohnung, hüpfen aus den Taschen, winken von der To-Do-Liste und setzen sich so doll in meinem Kopf fest, dass ich nachts verschwitzt aufwache, weil ich davon träume, dass ich die Dinge „nur mal kurz noch“ machen muss und am Ende keine Zeit mehr habe und unvorbereitet losfahren muss, weil mein Flieger nicht „mal noch kurz“ auf mich wartet. Argh. Ich erinnere mich dunkel, dass es unterschiedliche Zeiten in meinem Leben gab, in denen es mir so erging… vor meinen ersten Arbeitstagen und vor allem vor meinen ersten eigenverantwortlichen Unterrichtsstunden, vor den ganzen Reisen mit Gruppen (ja, da hat es eigentlich nie ganz aufgehört), freilich auch vor Prüfungen und dann die Situation, die mir am deutlichsten vor Augen ist: Diplomarbeit bis auf den letzten Drücker schreiben und dann „nur noch schnell ausdrucken“. Manche von euch wissen, was damals in Moritzburg für Schweißbäche geflossen sind :-).

Vielleicht ist es der näherrückende Abschied, der diese „noch mal kurz und noch mal schnell“ – Atmosphäre produziert, der auch die schönsten Ideen und die reizendsten Sehnsüchte mit sich bringt von all den wunderbaren Dingen, die wir „noch mal kurz“ machen könnten bevor ich losfahre… Eine liebe Freundin hat mir vor ein paar Tagen ein Zitat geschickt und es hat sich ganz fröhlich in meinem Herzen angedockt: „Reich ist, wem es schwer fällt, Abschied zu nehmen.“ (P. Meis in „Auf den Spuren unserer Vergangenheit) Und aus ganzem Herzen kann ich sagen, dass ich das bin. Vor allem reich an lieben Vertrauten, Freunden und Weggefährten, die mich immer wieder unterstützen mit Rat & Tat & Kaffee, die Freude teilen und kritisch fragen, die gedanklich jetzt mit mir unterwegs sind und die ganz praktisch durch ihre Hilfe meine Reise möglich machen… und so vieles mehr! Merci!

Und auch wenn ich liebend gern wollte, meine Energie und Stunden sind begrenzt bis es losgeht, so seht es mir bitte nach, wenn ich in den kommenden Tagen nicht „noch mal kurz“ 🙂

Ich packe meine Tasche und nehme mit…

Erfahrene Langzeitreisende empfehlen: mindestens 8 Wochen vor Abfahrt eine Packliste erstellen, restliche Sachen kaufen, zur Probe den Rucksack packen und weglassen, weglassen, weglassen.

Zwar erlaubt mir mein erster Flug 40kg Gepäck (!!!), aber mal ehrlich, keiner hat das Bedürfnis so ein Gewicht 6 Monate mit sich rumzuschleppen und ganz abgesehen davon, darf ich ab Kambodscha lediglich 20kg Gepäck bei mir haben. Das macht die Sache anspruchsvoll. Die brennendste Frage also derzeit: was nehme ich mit und was lasse ich da?

Ab heute gibt es eine Liste auf meinem Schreibtisch und wenn du kreative, nützliche, spontane… Ideen hast, was ich auf meiner Reise unbedingt dabei haben sollte, kannst du mir gern einen Tipp geben. Das Probepacken habe ich vertagt: zuerst muss ich ne Kraxe kaufen 😉

ein paar Worte zu Beginn…

Ronjabanu macht sich auf die Socken. Vermutlich hast du einige Fragen, wenn du auf dieser Seite gelandet bist, die kannst du alle stellen, nicht alle kann oder will ich dir beantworten =)

Die am häufigsten gestellten Fragen der letzten Wochen sind mit Abstand jene, welche Reiseziele ich habe und nunja, ob ich ganz in echt diese Tour allein mache… zum zweiten Punkt: ja, ich reise tatsächlich allein los. Auch wenn ich glaube, dass ich nicht wirklich allein unterwegs sein werde, denn es gibt viele mit dieser Idee und die finden sich schon unterwegs und mal schauen, wer meine Wege so kreuzt. Und eigentlich will ich ja auch endlich mal das größte Abenteuer überhaupt wagen: allein sein mit mir selbst, reinlauschen und mal gucken, was da so schlummert. Längere Geschichte 🙂

Die Frage nach den Zielen lässt sich da definitiv leichter beantworten. Am 11. Februar steige ich in einen Flieger in Berlin Schönefeld – Zwischenstopp in Moskau und dann Ziel: Hanoi/ Vietnam. Und die Rückkehr nach Frankfurt wird der 11. August sein. Dazwischen liegen: Vietnam, Kambodscha, Bali, Australien, Neuseeland, Osterinsel, Chile, Peru, zwei Tage Bolivien, Kuba. Wie ich auf genau diese Strecke gekommen bin? Ich habe in meinem Wohnzimmer eine riesige Karte aufgehängt, mich davor gestellt und alle Orte markiert, die ich gern besuchen wollte. Die Karte war zu voll und ich könnte Jahre unterwegs sein, also filtern, filtern, filtern et voilà: Strecke gefunden – zu finden unter dem Schlagwort „Reiseroute“.

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