Monat: September 2020 (Seite 1 von 2)

Online-Flohmarkt vs Wegwerfen

(aktualisiert am 26.10.2020)

In Zeiten von Corona: Onlineflohmarkt statt Hausflohmarkt. Wobei ich gestehe: ein Flohmarkt mit Begegnung ist kaum etwas zu ersetzen!

Warum Onlineflohmarkt? Ich muss mich verkleinern. Meine Miniwohnung kann einfach nicht so viel Besitz beherbergen wie die vorigen 90qm. Doch: vieles ist schlichtweg zu schade zum Wegwerfen. Deswegen hier: Trödel für die Welt =) Sortiert nach Themen in Galerien, die zur Berieselung in slideshows funktionieren – ohne Preisvorschläge, vieles einfach auch nur zu verschenken oder einzutauschen (gegen Kaffee, Dentastix oder Klopapier). Macht mir einfach einen Vorschlag! Ich kann euch die Sachen schicken oder liefern oder ihr holt sie ab… (susann.finsterbusch@gmail.com oder bei Whatsapp 01786366321)

Und bitte teilt den Beitrag kräftig! Die Dinge müssen schnellstmöglich weg… Folgendes erwartet euch gleich: Pflanzen, Möbel (groß und klein), Dinge für das Büro oder den Schreibtisch, Spiele und Musikinstrumente, Lampen, Küchenutensilien, Taschen, Kleidung, Bücher ohne Ende, Zeitschriften, Bikersachen, Klimbim & Deko…

Büro und Schreibtisch:

Spiele und Musikinstrumente:

Lampen und andere Geräte:

Küchenutensilien:

Klimbim & Deko:

Taschen, Accessoires & Kleidung:

Kinderbücher:

Zeitschriften & Zeitungen, Reiseliteratur:

Bikersachen:

und last but not least: Bücher ohne Ende…

1989/1990

Heute bist Du gefragt!

Für das kommende Wochenende plane ich einen Blogbeitrag zum Sommer 1989 bis Herbst 1990. Ich würde mich sehr freuen und es wäre mir eine Ehre, diesen mit Deinem (supergern auch anonymen) Wortbeitrag zu bestücken – wie eine kleine Collage.

Deswegen schick mir gern Deinen Beitrag zum Sommer 1989 bis Herbst 1990. Eine konkrete Frage? Gibt es nicht, ich freue mich über das, was Du dazu sagen magst, was auch immer das ist. Beiträge bis Freitag 19.00 Uhr bitte an susann.finsterbusch@phonus-verlag.de oder per Whatsapp an 0178 6366321.

Ich bin gespannt =)!

Lebenszeichen

September 25th – Leipzig

Gestern abend hatte ich das große und bewegende Vergnügen, nach gefühlten unendlichen Ewigkeiten ein Konzert zu besuchen. Unter dem Titel „Lebenszeichen“ gestalteten sechs a capella-Gruppen einen herz-wärmenden Abend, der unterstrichen wurde von zwei Lebenszeichen aus Theater und Lyrik – nachzuhören beim MDR.

Das Corona und „die Krise“ Auswirkungen auf uns alle hat, ist schnell gesagt. Ein wenig lapidar vielleicht und schlichthin, doch sich von „Seele zu Seele“ zu begegnen, wie es Wolfram Lattke in der Schlussmoderation beschrieb, ist für mich essentiell und lebendiges Gefühl, ist Bildung und Gegenstück, ist Nachdenken und Anstoßen, ist Weinen und Lachen und Fallen lassen, ist Fühlen und Abtauchen und Konfrontation, ist Schreien und Schweigen und Brechen und Anfangen… Darum braucht es Kunst in jeder Form. Herzen und Seelen bewegen, in einem Moment, in einem besonderen Moment, wie in einem Moment gleich dem gestrigen. Und darum gilt es zu musizieren, zu schreiben, zu singen und zu tanzen, zu klatschen und zu fühlen, darum „spielen wir und schreiben wir“…

Als Sophie Lutz gestern den Text von Thomas Brasch „Warum spielen“ vortrug, kam mir dieser Gedanke. Ich las ihn heute wieder und wieder und komme immer mehr dazu, das „spielen“ mit „schreiben“ zu ergänzen. „Warum spielen – warum schreiben“:

Warum spielen (Thomas Brasch)

Um diese Frage überflüssig zu machen/um eine Gegenwelt herzustellen/um die Träume von Angst und Hoffnung vorzuführen einer Gesellschaft, die traumlos an ihrem Untergang arbeitet/ um die Toten nicht in Ruhe zu lassen/ um die Lebendigen nicht in Ruhe zu lassen/ um Wurzeln zu schlagen/um Wurzeln auszureißen/um Geld zu verdienen/um ein Lebenszeichen zu geben/um einen Tod anzuzeigen/um eine Erfindung zu machen/um nicht arbeiten gehen zu müssen/um Arbeit zu haben/um den tiefen Schlaf einer erschöpften Gesellschaft mit Fratzen zu erschrecken/um nicht einzuschlafen/um nicht aufzuwachen/um das Vergessene zu töten/um nicht allein zu sein/um eine Zeremonie aufzuführen in einer Zeit ohne Zeremonien/um keine Verantwortung zu haben/um auszulöschen, was ICH genannt wird/um zusehen zu können/um den Pathos solcher Antworten zu entgehen/um die Rollen zu wechseln/um Lügen zu verbreiten/um vom Blick einer erfüllten Liebe gestreift zu werden und vom Blick der Wut/um den Kapitän wieder einmal endgültig am den Mast zu nageln/um einer Frau unter einem Vorwand und ohne Folgen an die Wäsche greifen zu können/um herauszufinden, wer das Kind erschossen hat, das schrie: Der Kaiser ist nackt/um zu schreien: der Kaiser ist ja nackt/um nicht reden zu müssen/um nicht schweigen zu dürfen/um die Regeln der Schwerkraft außer Kraft zu setzen/um aus der Welt ein Theater zu machen aus Stein, Holz, und Gittern/um drinnen und draußen zu sein zu gleicher Zeit/um einen Umweg zu finden/um Täter und Opfer zu sein zu gleicher Zeit/um Mann und Frau zu sein zu gleicher Zeit/um in diesem endlosen Vorkrieg nicht zu ersticken/um über einen Sterbenden lachen zu können/um die Geister zu bannen, vor den Türen und unter dem Tisch: Hilfe, ich lebe/um diese krachende Stille nicht aushalten zu müssen/um herauszufinden, wie lange einer ausgehalten wird von Leuten, die sich genauso wenig für ihn interessieren wie für sich selbst/um nicht angestellt zu sein/um vergessen zu werden/um die Frage überflüssig zu machen: Warum spielen/um zu spielen/

Lebkuchen aus dunkler Schokolade

September 24th – Leipzig

Heute in drei Monaten ist Weihnachtsabend. Diese Info überrascht dich? Wirklich? Als ich die letzten Wochen durch die Supermärkte stiefelte, fühlte es sich schlichtweg so an, als wäre Weihnachten nächste Woche. Normale Schokolade sucht man mittlerweile vergebens zwischen all den Pfeffernüssen und Lebkuchen, Dominosteinen und Spekulatius… Der Oberclou vergangenen Montag: bei Edeka in Leipzig wird schon damit geworben, dass die ausgelegten Waren die „letzten ihrer Art“ seien – deswegen: Supersonderangebot. Als ich das las war ich kurz jahreszeitenverwirrt und termpaturenübel. Draußen fröhliche 32 Grad Celcius, drinnen Weihnachtswunderland. (Ja, und ich dachte auch kurz daran, dass es so in Neuseeland sein muss, Weihnachten zu feiern – Sommer im Dezember). Auf jeden Fall habe ich mich gefragt, auf welchen Balkonen in im Leipziger Spätsommer die Dominosteine auf dem Cafétisch schmelzen und wer sein Eis gegebenfalls mit Lebkuchenkrümeln veredelt. Ich darf euch verraten: ich bin es nicht. Weil mein erzgebirgisches Weihnachtsherz schreien würde, hätte ich vor Dezember Pfefferkuchen in meiner Einkaufstasche, werde ich wohl wieder einmal zu denjenigen gehören, die im Supermarkt mit großen Augen angeglotzt werden, wenn ich im Dezember zwischen all den Ostersachen stehe und nach Lebkuchen aus dunkler Schokolade frage =).

Bei allem Aufräumen der letzten Tage ist mir auch ein Text zum Advent in die Hände gefallen; passt doch, oder? Mit einem Augenzwinkern sende ich euch sonnigste Grüße aus dem 25 Grad herrlichen Leipziger Herbst und verabschiede mich für heute mit „Adventus Domini“ aus dem Jahr 2013:

Adventus Domini

Befiehl dem Herrn

Schenke herzlich

eilige Freude

tröstende Worte

hässliche Krawatten

Geschmack und Humor

Begegne ruhig

dem schönsten Fest der Jahresneige

dem milden Stern von Mercedes

den tiefen Augen des Kindes

dem dunklen Wort im Spiegel

Hauche Luft

aber hauche sie nicht aus

Stehe!

Anbetend

staunend

ohnmächtig

hingerissen

taumelnd

jubelnd

kindlich

stückweise

Fall auf die Knie!

Von Angesicht zu Angesicht

Stückwerk bist und bleibst du hier

ewige Erkenntnis

Unendliche Vollkommenheit

Mensch, werde Mensch in der Menschwerdung des Menschen und

Erscheine!

Sei anwesend!

Bist du doch eine Woche in der Schwebe zwischen Ewigkeit und Ankunft

Hängst in der Luft

zwischen Sein und Fleisch

wirst selbst zum Ochs oder Esel

um final zu hoffen, dass dein Herz eine Krippe wird für diese Aus-Geburt Gottes

„Du wartest hier wie ein Rind“ zwischen Esel und Ochs

stößt dir die Hörner ab

und kaust zufrieden vor dich hingerissen

dummdusselig ein wenig, doch leichtweg ewig

du hast Zeit zum Atmen im Schmerz des Wartens

um niederzuknien, betreten zu Boden zu schauen, dich abzuwenden und hinzuwenden, dich umzuwickeln und umzudrehen, dich rundherum einzumummeln und niederzulegen

Dich lacht dieses Kind an, einem Stern ähnlich, und die Weisen lachen dich aus, weil du es nicht erwarten kannst und am Ende lachen alle mit dir, weil sie froh sind, dass du es auch geschafft hast, Mensch Meier!

Erkenne, wie du erkannt bist

jetzt erst stückweise, dann vollkommen

„Freie Gedankenfetzen“

Seit gestern räume ich meine alten Kisten auf. Erinnerungen haben sich darin angesammelt, Fotos, selbstgeschriebene handschriftliche Texte, Zeitungsartikel und kleine Gegenstände, Muscheln und Sand, so mancher eigenwilliger Stein. Besonders an den Texten bin ich dieses Mal hängen geblieben, bin über so manchen gestolpert und sitze nun auf meinem Hosenboden und lese. Es ist eigensinnig, denn ich lese meinen eigenen Worte, habe das Gefühl, neben der „früheren“ Susann zu sitzen, lausche ihr, nicke so manches mal, schüttele manches mal grinsend den Kopf, ertappe mich auch wie ich denke „ach, wie jung!“

Einen Text mag ich heute mit euch teilen. Er ist aus dem Jahr 1999, blutjunge 16 Jahre war ich damals und habe mir Gedanken über die Freiheit gemacht. Weswegen ich über ihn gestolpert bin, war eine Wort: „Neuseeland“. 21 Jahre später war ich da. …

Freie Textfetzen (1999)

Kennt ihr dieses Gefühl?

Die Sehnsucht zieht in und an euch. Zieht euch weg, von dem, was ihr habt. Die Sehnsucht zieht euch hinaus. In die Ferne. In die Weite. Weg. Weit weg.

In die Unendlichkeit. In die Freiheit. In die unendliche Freiheit.

Dieses Verlangen spüre ich oft in mir. Ich glaube, das liegt daran, dass ich mich oft gefangen fühle. Trotz organisatorischer Freiheit. Innerlich gefangen. In mir selbst. Gehalten durch andere. Gefangen in allem. Durch euch. Seltsam.

Wohin es mich zieht, fragt ihr?

Hinaus in die Welt, die ich nicht kenne. Die mich nicht kennt.

In die Weite. Nach Neuseeland.

Unbezwingbarkeit. Schönheit. Unbezwingbare Schönheit.

Unfassbarkeit. Extreme. Unfassbare Extreme.

Unendlichkeit. Freiheit. Unendliche Freiheit.

In mir ist die Frage, wie lang ich mich dort frei fühlen würde. Sicher nicht für immer. Weilt man in der Fremde, so zieht es doch nach Hause, sagt man. Gewohnheit. Umgebung. Vertrautheit. „Meine Welt.“ Eigenes. Bekanntes.

Warum? Ich weiß es nicht. Menschen sehnen sich eben nach Gewohntem. Vertrautem. In dem sie leben, existieren, Dasein haben. Einen Namen haben. Regieren. Bestimmen. Herrschen.

Manchmal geht es mir auch so, dass ich mich da sicher fühle, wo man mich ernst nimmt. Ich etwas sagen darf. Ohne Abzüge zu machen. Ohne Kompromisse einzugehen. Manchmal. Kennt ihr das?

Mir ist bewusst, wie viele Freiheiten ich in diesem Land genieße. In meiner Heimat. Existenziell. Ich habe die Freiheit, zu reden, was mir in den Sinn kommt. Ich darf eine Meinung haben. Meinungsfreiheit. Doch garantiert diese Tatsache nicht, gehört zu werden. Eigentlich schade. Toleranz ist nicht erwartet. Nur ein offenes Ohr. Keine offene Tür. Kein Umbruch.

Ich habe die Freiheit, meine Persönlichkeit frei zu entfalten. In Toleranz und Respekt gegenüber den anderen. Ich darf Ideen haben. Meine Gedanken äußern. Meine Träume und Wünsche. Ich darf ich selbst sein. Ich habe die Freiheit, meinen Glauben zu leben. So zu leben, wie ich es verantworten kann. Vor mir. Meinem Gewissen. Vor einem Gott. Denn spätestens dort muss sich jeder selbst verantworten, heißt es.

Diese Freiheiten garantieren mir aber kein freies Leben. Denn so schön diese Grundsätze auch sein mögen, so sehr sind sie durch euch eingeengt worden. „Interpretiert“. Ihr habt Dinge geschaffen, die mir die Freiheit nehmen. Ich weiß, dass ich es probieren könnte, „eigenwillig“ zu leben. Doch ich weiß auch, dass ihr es nicht dulden würdet. Würdet mich ausgrenzen. Diskriminieren. Ausstoßen. Ausschließen aus eurem Leben. Ich stünde allein. Das wisst ihr auch. Und es gibt euch Sicherheit. Macht euch souverän. Gebieterisch. Scheint, als würdet ihr immer sein. Für ewig. Ihr existiert in jeder Zeit.

Sonntagsbrise

September, 20th – Affalter

Heute habe ich mich aufgemacht ins Erzgebirge. Schon gestern war mir Leipzig ein klein wenig zu kopfschmerzig laut, so packte ich heute morgen Hund und Rechner und fuhr den kleinen Moment nach Affalter. Sonntagsbrise im Gebirge =).

Hier auf der Terrasse meiner Eltern zu sitzen, mit einer guten Dosis Kaffee im Blut, sprudelndem Zitronenwasser vor mir und Rumo zu meinen Füßen ist eine schöne und willkommene Abwechslung zu meiner Stadtwohnung in der Zschocherschen Straße. Hebe ich meinen Blick vom Bildschirm, dann schaue ich ins Grüne, eine Schar schnatternder Weihnachtsgänse zieht über die Wiese, der Bach rauscht und es riecht nach dem lauen Übergang von Sommer zu Herbst. Unentschlossen scheint die Natur noch zu sein, warm und herzerwärmend strahlt sie Sonne vom tiefblauen Himmel, die Bäume klammern noch am Laub und dazwischen immer wieder die herrlichsten Blumentupfer in Farben die kaum eine Palette reizvoller zaubern könnte. Meine Seele atmet tief.

Vor einer Woche habe ich das Englischexamen absolviert. Ein ganzer Samstag in Chemnitz stellte meine Sprachkenntnisse auf die Probe: reading & use of English, writing, listening und nach einer vierstündigen Pause speaking. Der letzte Teil rutschte aus meinem Ärmel und besonders hier dachte ich an meine Englischlehrerin Klara, die mir vorher noch liebevoll eingehämmert hatte: nicht übersetzen, fühl die Sprache, tauche ab. Das gelang mir und ich war einigermaßen versöhnt, liefen doch die ersten drei Teile so gar nicht wie gedacht. Schwerer als zuvor waren die Texte und die unmöglichen coronös-cambridge-gesetzten Prüfungsbedingungen erschwerten den Denkprozess. Ich fühlte mich zurückversetzt in meine Abiturzeit, das Gefühl was hängen blieb war nur: versemmelt. In sieben Wochen werde ich wissen, ob sich das Gefühl auf Papier bestätigen wird: am 12. November um 09.00 Uhr ortszeit Cambridge werden die Ergebnisse veröffentlicht. Bis dahin übe ich mich in Geduld, hoffe auf das Beste und übe täglich allein Englisch. So komme ich nicht aus dem Spachgefühl und kann gegebenfalls die Prüfung wiederholen. Crossed fingers, dass das nicht nötig sein wird!

Seitdem mein Alltag in Leipzig nicht mehr von Sprachschule und Englischpauken strukturiert ist, sind die Tage neu und immer wieder wie ein kleines weißes Blatt. Rumo und ich entdecken alte Wege in und um die Stadt, laufen viel und jagen den Ball, hopsen in den Cossi und treffen liebe Menschen. Manches mal führen uns unsere Pfoten in den Verlag oder in den Garten und immer wieder gibt es schöne oder notwendige Dinge zu erledigen. Vieles schleicht sich durch meinen Kopf, Ideen für den Blog oder das Papier, ich erfreue mich am „einfach-sein“ und tagträume so manchen Moment.

Gleich werden Rumo und ich in den Erzgebirgswald eintauchen. Mehr Worte gibt es später. Habt einen hübschen Sonntag!

Breaking news I

September 11th – Leipzig

Seit ein paar Tagen bewegt sich etwas in Neuseeland. Vermutlich aufgrund des steigenden Drucks, sozialer und ökonomischer Natur, kündigt die neuseeländische Regierung Veränderungen im Visa-Prozess an. Mit dem Beginn des kommenden Monats Oktober treten ganz wahrscheinlich Neuerungen in Kraft, die Partner und Arbeitende betreffen werden. Alles freilich noch im überschaubaren Rahmen, mit gefühlten tausend Auflagen und limitiert auf Länder, die am Programm des visumfreien Reisens teilnehmen. Es bleibt spannend!

Wer mehr wissen möchte, hier ein paar lohnenswerte Auszüge…

…von der Regierungsseite Neuseelands: https://www.beehive.govt.nz/release/border-changes-help-reunite-new-zealanders-their-loved-ones?fbclid=IwAR2E6KAaGenc8ZPEHS4-P2J3l3Xmhw0FqxYoPgcHSHlkt1YuMDF4so7Lm9U

…von Zeitungsseiten: https://www.tvnz.co.nz/one-news/new-zealand/government-reveals-easing-border-restrictions-some-resident-work-visa-holders-partners-kiwis?fbclid=IwAR1fRivRMxQoj-hL-DoF9HTgmpvX66iSrFDXyp7Jrafdho0gan3sWUBcZEw

https://www.rnz.co.nz/news/national/425799/border-exception-change-comes-into-place?fbclid=IwAR1RS16AKE1P-LpFica9PNnNw3arqoGytuszSiXz33WP40JH_whVVVgEaEE

Und wer sind eigentlich „visa waiver countries“?

https://www.immigration.govt.nz/new-zealand-visas/apply-for-a-visa/tools-and-information/general-information/visa-waiver-countries?fbclid=IwAR1fRivRMxQoj-hL-DoF9HTgmpvX66iSrFDXyp7Jrafdho0gan3sWUBcZEw

Geschenktes Lächeln

Heute Morgen als ich mit dem Rad durch den herrlich grün und schon fast herbstlich duftenden Clara-Park ins Büro fuhr, sah ich von weitem einen Vater mit seinem kleinen Steppke auf dem Weg entlangschlendern. Weil ich Zeit hatte und die beiden auch nicht unfreundlichst aus dem Weg klingeln wollte, entschied ich mich abzusteigen und ein kleines Stück mein Rad zu schieben, um sie zu Fuß zu überholen. Der Kleine hatte herrlich pumpige, blauen Hosen an, einen verwegenen Hut auf dem Kopf, mehr stolpernd als laufend und so voller Begeisterung über all das, was er sah. Er deutete mit seinem kleinen Zeigefinger auf alles um ihn, erzählte fröhlich – leider in einer Sprache, die ich nicht spreche. Sein Vater schlenderte ihm hinterher, lauschte, freute sich und staunte mit ihm. Irgendwann stoppte der kleine Mann und bemerkte, dass ich dabei war, mein Rad an ihm vorbei zu schieben. In diesem Moment drehte er sich um, sein Blick musterte erst meine Flipflops und wanderte dann wechselnd zwischen mir und meinem Rad nach oben, bis er mich mit großen dunkelbraunen Augen ansah. Ohne Zögern schoss ein Strahlen in sein Gesicht, er hob seinen kleinen Arm und winkte mir mit einem bezaubernden Lächeln…

Er hat damit mein Herz berührt. Erst an der Tür fiel mir auf, dass ich mein Rad komplett bis zum Büro geschoben hatte, so in Gedanken versunken war ich. … Seitdem ich wieder in Deutschland bin, bemerkte ich vermehrt, dass die meisten Menschen in den Straßen scheinbar schneller unterwegs sein wollen, als ihr Schatten, als ihre Gedanken. So viele wirken gehetzt, angespannt, von einer unsichtbaren Macht bedrängt, als wären die grauen Herren Momos hinter ihnen her. Verbissen klemmen sie im vollgestopften Stadtverkehr hinter ihren Lenkrädern, zumeist allein, manche scheinen Beißschienen zu benötigen, sie zerknirscht sehen sie aus. Radfahrer suchen die letzte Lücke, quetschen sich zwischen Autos und mit Einkaufstüten vollgepackten Passanten hindurch, schimpfen lautstark oder murmeln fluchend, schlupfen noch schnell bei Rot über die Fußgängerampel, um zwei Minuten vor den anderen im Netto das preisgesenkte Hack zu erhaschen. … Ohja, ich weiß, spitze Zunge, Frau Finsterbusch! Und doch: wer hat uns das Gemüt so verhagelt, dass wir nicht einfach mal jemanden anlächeln könnten? Auch schon erlebt im „Anlächelexperiment“ (einfach mal jemanden anlächeln, ohne ihn zu kennen) Auch schon mal probiert? Also die Reaktionen auf mein Anlächeln waren breitgefächert: beschämtes Wegschauen, am liebsten auf den Boden und geduckt weiterlaufen; verstohlenes und doch unsicheres Zurücklächeln; „getroffenes Bellen“ im Sinne von „Was soll denn das?“ oder auch verschüchtertes „Hä, kennen wir uns?“. Doch Platz eins war ungeschlagen: kurzer Blickkontakt, dann weiter nach vorn starren und auf keinen Fall das Gesicht dabei bewegen. … Ja, meine spitze Zunge bleibt. Gedanken schwirren mir durch den Kopf… Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder… Erwachsenwerden und ein Kind bleiben… bei Kindern ist nichts von Dauer, sie tragen nichts nach… Kästner, der schrieb, wir sollten uns die Kindheit nicht austreiben lassen… und es war Kästner, der auch schrieb:

„Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Ihr Leben kommt ihnen vor wie eine Dauerwurst, die sie allmählich aufessen, und was gegessen worden ist, existiert nicht mehr.“

frühe Kinderschue
Das bin ich übrigens im Garten meiner Großeltern; ein Bild mit meinem sympathischsten Kinderlächeln suche ich euch raus, wenn ich meine Fotobücher mal wieder in den Händen habe =)

Bengalische Blätter

September 8th – Leipzig

Ich sitze heute morgen im Verlagsbüro. Der frische Kaffee entdampft der Tasse, bringt meinen Geist in Schwung – hoffentlich =). Englischlernen steht auf dem Plan (und das kann ich hier unter dem „wachsamen Auge meiner arbeitenden Kollegen“ hoffentlich besser als in meinen vier Wänden daheim) und freilich habe ich auch den großen Willen, etwas für Phonus zu tun. Ein paar Mails habe ich beantwortet und umsortiert, einige Telefonate gemacht, zwischendurch ein bisschen aus dem Fenster geträumt und manches mal auf die Uhr über mir gelunzt und mir ganz geheim gewünscht, dass sie heute schneller ticken würde. Den Gefallen hat sie mir bisher nicht getan, aber man kann ja nie wissen 😉

Auf meiner To-Do-Liste für den Verlag stehen jetzt nur noch Dinge, die wirklich (!) zäh und unliebsam sind. Vielleicht kennt ihr das? Dann macht man erstmal was, was auch wichtig ist, aber definitiv (und damit meine ich wirklich definitiv) schöner als die unliebsamen Dinge. So habe ich meinen Blog geöffnet und ihn ein wenig aufgeräumt – nicht wundern: manche Bilder der Reise musste ich umspeichern, so dass sie als megaaktuell angezeigt werden, in Wirklichkeit aber schon 4 Monate alt. Ui, so lange ist es her, dass ich an der Westküste Neuseelands meine Zehen in Meerwasser getunkt habe, über den Gletscher „gehubschraubt“, mit den Seelöwen Auge in Auge ganz still über die Welt gesprochen habe… Und so „tagträume“ ich direkt weiter, sehne mich nach Salzluft und ja, manches mal auch nach dem Geruch fauler Eier in Rotorua ;-), will den straffen Wind in meinen Haaren zerren fühlen und das unglaubliche Grün aufsaugen, die außergewöhnlichen Vögel singen und kreischen hören und meine Sinne, mein Herz und mein Hirn schweifen lassen. Will Erfahrungen sammeln und Schritte tun, will darüber schreiben. Will Worte finden für das Aus- und Unaussprechliche.

Ein bisschen so, wie meine liebe Freundin Line es getan hat in ihrem Buch „Bengalische Blätter“. Es war eines der ersten zarten Werke, die wir mit dem Verlag in Angriff genommen haben und gelungen ist uns ein wirklich beeindruckendes Buch. Es ist ein Buch, was ans Herz geht und unter die Haut, Berichte einer jungen Frau, die nach Bangladesh aufbricht und beinahe nicht mehr nach Hause gekommen wäre. Sie lebte mit den Brüdern von Taizé inmitten der armen Bengali, besuchte Hindus im Slum, arbeitete mit muslimischen körperbehinderten Frauen, schulte christliche Jugendleiter… und es kam, wie es nicht kommen sollte: nicht alles lief glatt. Es ist ein bezaubernd-nachdenklichstimmendes Buch und ich würde mich freuen, wenn du, lieber Blog-Leser, mal auf der Verlagsseite vorbeibummelst und es in deinen Warenkorb legtest =) – zum Selberstöbern, für einen Geburtstagstisch oder gar schon jetzt für den nächsten Weihnachtsbaum (der kommt bestimmt! – immerhin die Weihnachtsdelikatessen in den Supermärkten kündigen seit einigen Tagen davon 😉 ): http://phonus-verlag.de/startseite/22-caroline-richter-bengalische-blaetter-9783944950020.html

So, es ist Zeit für noch nen Kaffee =) Auf ganz bald! Stay strong & stay safe.

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