May 2nd – Whangeruru
Heute habe ich eine unglaublich bezaubernde Nachricht der neuseeländischen Medien gesehen: Innerhalb von drei Tagen wurden über 100 Tiere aus einem Tierheim in neuseeländische Familien und Haushalte abgegeben. In diesen Tagen gab es über 800 weitere ernstgemeinte Anfragen an dieses Tierheim. one-news vermutet, dass es daran liegen könnte, dass die Menschen einen „Bubblebuddy“ suchen und ihn seit Dienstag dieser Woche also seit dem Wechsel nach Level 3 auch nach Hause holen dürfen. Wie schön, wenn der Lockdown und Isolationsmurks in dieser Hinsicht auch etwas Schönes in sich birgt!
Wenn
ich mir einen tierischen Bubblebuddy aussuchen würde, wäre es zu
allererst mein kleiner süßer Knuffel Rumo. Gestern hat er seinen
neunten Geburtstag „gefeiert“, der erste Geburtstag ohne
mich. Zur „Feier des Tages“ gab es ein Menü und ein
Gewitter – ich weiß,dass er sich über eines von beiden defintiv
nicht gefreut hat =).
Ich
kann mich an den ersten Rumo-Geburtstag erinnern: wir haben ihn mit
einem Tag auf der Rennbahn zum Pferderennen gefeiert und ihn im
Glashaus ausklingen lassen. Viele liebe Menschennasen waren dabei und
ich vermute noch heute, dass Rumo die Streicheleinheiten aller mehr
genossen hat als den Trubel auf der Rennbahn.
Rumo
ist eine Hundeseele, die die Menschen sehr schnell verzaubert und für
sich gewinnt; wie viele haben mir gesagt „Ich mag eigentlich
keine Hunde, aber Rumo ist anders.“ Und ja, Rumo ist defintiv
anders. Er ist mein Hundeseelenverwandter und er hat mich gerettet:
Ein
Sommertag 2011, ein Besuch im Tierheim und ich wollte eigentlich
einen großen, schwarzen, erzogenen Hund… an diesem Tag waren all
jene vermittelt. Mit Helena war ich im Tierheim und ich war mir
sicher: ein Welpe kommt mir nicht ins Haus. Und als Helena und ich
alle „Großen“ durchhatten, wollte ich aus purer
Enttäuschung nach Hause fahren. Man stelle es sich kurz vor: nach
langem Ringen mit mir selbst, hatte ich mich entschieden, einen Hund
zu adoptieren und ihm ein Zuhause zu geben. Ja, ich sehnte mich auch
nach einem Begleiter und einem Alltagsgestalter, denn zu diesem
Zeitpunkt meines Lebens „brauchte“ ich einen kleinen
täglichen Anreiz, um aufzustehen und rauszugehen… das ist eine
längere Geschichte, die ich vielleicht ein anderes Mal und
möglicherweise auch an einer anderen Stelle erzählen mag… also
zurück nach 2011 ins Tierheim Leipzig: ich war mit einer Erwartung
gekommen, mit einem Bild von einem Hund, einem Bild von mir und einem
Hund und nach dem Rundgang war klar: das klappt nicht. Also
Heimfahrt! Aber es kam anders, denn Helena wollte unbedingt noch die
Welpen sehen; und ich habe mich „breitschlagen“ lassen,
dachte ich doch, dass ich auf keinen Fall, niemals und garüberhaupt
nicht, einen Welpen mit nehmen werde. Und dann stand ich an dem
Gehege, drei kleine Welpen, die wie kleine Schafe aussahen: wollig,
lockig in drei verschiedenen Farben und ein Welpe an der Seite, fast
glattes Fell, schwarze Ohren, ein paar Locken, hell und weich. Und er
schaute mich an. Und er wich mir nicht mehr von der Seite. Und da ist
das passiert, von dem viele reden und was ich bis dahin nicht
verstanden habe und vielleicht auch nicht verstehen konnte: der Hund
wählt sich den Menschen. Und an diesem Tag hat Rumo mich gewählt.
Er hat sich entschieden, in mein Leben und mein Herz zu kommen und an
jedem einzelnen Tag bin ich froh und dankbar, dass er das getan hat.
Und wer Rumo kennt, der weiß vielleicht ein bisschen, warum ich so
gesegnet mit ihm bin…
Umso
schwerer fiel es mir, ihn „zurückzulassen“ und mich auf
den Weg zu machen… Schon im Oktober letzten Jahres, als ich die
Entscheidung getroffen habe, dass ich Deutschland für eine Weile
verlassen werde, habe ich mit ihm gesprochen und ich hatte das
Gefühl, dass er versteht, warum ich gehen werde. Ja, wer mag darf
mich getrost an dieser Stelle verrückt erklären… Ich fühle, dass
er weiß warum ich nicht da bin und dass er auch weiß, dass ich ihn
mindestens genau so vermisse, wie er mich. Schon jetzt bin ich sehr
gespannt, wie unser Wiedersehen werden wird =) und bis dahin ist er
gut aufgehoben. Habt Dank, ihr Lieben, die ihr euch in dieser meiner
Reisezeit um meinen Seelenverwandten kümmert. Drückt ihn fest von
mir!